Im Juli 2024 traf sich ein damals 19-jähriger Lehrling mit einem Kumpel nahe einem Bahnhof im Thurgau. Der Lehrling arbeitete in einem Handyshop. Laut Anklageschrift beschlossen die beiden, den Shop zum Schein zu überfallen und danach die Beute aufzuteilen.
Gesagt getan stand der Kumpel einige Tage später, als der Lehrling alleine im Laden arbeitete, um 13.01 Uhr im Handyshop und forderte Geld. Laut Polizeimeldung von damals unterstrich er seine Forderung mit vorgehaltenem Messer. So erbeutete der Kumpel über 3500 Franken. Drei Minuten später, um 13.04 Uhr, rief der Lehrling beim Notruf an und meldete einen Raubüberfall.
Am selben Abend trafen sich die beiden zwischen 18 und 19 Uhr an einem Bahnhof im Kanton Thurgau. Dort teilten sie die Beute auf.
Motiv laut Anklageschrift: um sich zu bereichern. Der Lehrling hatte damit offenbar schon Erfahrung. In der Anklageschrift geht hervor, dass er im Zeitraum von April 2024 bis Ende September 2024 zwei Dutzend Male im Shop Geld auf sogenannte Paysafe-Karten lud, ohne jedoch dafür zu bezahlen. Insgesamt erleichterte der Libyer seinen Arbeitgeber mit dieser Masche um 6080 Franken.
Einen grossen Teil des Geldes soll er in Online-Casinos eingesetzt haben. Einen Teil soll er zudem für seinen Lebensunterhalt verwendet haben.