Die momentane Ausstellung im „ff artspace“ in der Zimmerstraße 50/Ecke Marienstraße hat für Galerist Fabian Freese eine besondere Bedeutung: „Stephan Paul Schneider war mein Professor an der fadbk (freie Akademie der Bildenden Künste) und hat meinen eigenen künstlerischen Weg nachhaltig geprägt.“ Zur Vernissage der Ausstellung „Second Screen“ konnten viele Freunde und Kunstliebhaber begrüßt werden. Seit den 1990er Jahren setzt sich Schneider mit den Sehgewohnheiten und der Frage auseinander, wie Bilder vom Betrachter wahrgenommen werden. Zu sehen sind Werke aus diesen Jahren und aktuelle Produktionen.
Zwischen gegenständlicher
Darstellung und Abstraktion
Seine vielschichtigen Werke sind geprägt von der Malerei und der Fotografie. Sie bewegen sich zwischen gegenständlicher Darstellung und Abstraktion und gehen auch auf fotografische Nahaufnahmen alltäglicher Oberflächen zurück, aus denen er konkrete Bildentwürfe entwickelt. „Ich möchte die Betrachter aufs Glatteis führen und Sehgewohnheiten hinterfragen“, erklärt Schneider. Viele seiner Arbeiten hat er als mehrteilige Bilder entwickelt, als weitere Befragung der Bildwirklichkeit. Der zunächst zerstörte Bildraum wird wieder neu zusammengefügt, teilweise auch mit gegensätzlichen Strukturen. „Seine häufig mehrteiligen Arbeiten brechen den Bildraum auf, setzen ihn neu zusammen und stellen die Eindeutigkeit des einzelnen Bildes infrage – ein Gedanke, der sich im Ausstellungstitel „Second Screen“ widerspiegelt“, heißt es.
Die Werke sind Schnittpunkte zwischen fotografischer Aufnahme und Gemälde. Seine Arbeiten öffnen und verschieben den Bildraum. Durch diesen Überführungs- und Transformationsprozess vom Foto zum Gemälde verdeutlicht Schneider das, was sonst nicht zu sehen gewesen wäre. Dabei greift er in seiner Darstellung noch zu anderen Materialien und verbindet Malerei, Zeichnungen, Fotografie, Video, digitale Medien und Objektkunst zu einem interdisziplinären Werk. „Dieses Bild ist keine Zeichnung, ist rein digital entstanden“, erklärt er zu einem seiner Werke. Personen sind nicht auf seinen Bildern zu sehen. Schneider beschäftigt sich in seiner Kunst mit der Frage nach Prozessen. Ihn interessiert in der künstlerischen Auseinandersetzung die grundsätzliche Undeutbarkeit und Interpretierbarkeit aller Begriffe und Fakten. Eindeutigkeit versperrt so den Blick auf das, was sonst nicht zu sehen wäre.
Die Ausstellung ist noch bis zum 24. September zu sehen. Öffnungszeiten sind immer donnerstags von 17 bis 20 Uhr und nach Vereinbarung.