Ein vierjähriger Bub wurde auf einem Campingplatz in Istrien von einer Hornotter gebissen.Das Kind wurde notfallmässig ins KBC Rijeka eingeliefert und auf der Kinderintensivstation behandelt.Das Gegengift wurde rechtzeitig verabreicht – der Bub ist ausser Lebensgefahr und auf dem Weg der Besserung.
Ein vierjähriger Bub ist auf einem Campingplatz in Istrien von einer Giftschlange gebissen worden. Das Kind soll beim Spielen einen kleineren Stein bewegt haben, unter dem die Schlange lag, wie mehrere kroatische Medien berichten.
Die Familie machte in der Nähe von Rijeka Ferien, als sich der Vorfall am Freitag ereignete. Laut den kroatischen Berichten handelt es sich beim Kind um einen Buben aus Österreich. Das österreichische Aussenministerium konnte das auf Anfrage der «Krone» zunächst nicht bestätigen.
Gegengift auf der Kinderintensivstation
Der Vierjährige wurde umgehend ins Klinische Krankenhauszentrum (KBC) Rijeka gebracht und dort auf der Kinderintensivstation behandelt. Die Ärzte verabreichten ihm unter anderem ein Gegengift. Der Bub habe gut auf die Behandlung reagiert und sei stabil, teilte das Spital mit. Ein Kinderchirurg des KBC Rijeka bestätigte dem kroatischen Rundfunk HRT, dass sich das Kind mittlerweile ausser Lebensgefahr befinde.
Weil das Gegengift rechtzeitig verabreicht wurde, war der Bub laut dem Spital bereits am Wochenende auf dem Weg der Besserung. Man gehe davon aus, dass es sich bei der Schlange um ein Jungtier gehandelt habe – die Giftmenge sei etwas geringer gewesen als erwartet.
Auch Kroatiens Gesundheitsministerin Irena Hrstić äusserte sich zum Fall. Sie sei informiert worden, in Kroatien seien ausreichend Bestände des benötigten Gegengifts vorhanden.
Träge, aber wehrhaft
Bei dem Tier soll es sich um eine Europäische Hornotter (Vipera ammodytes) gehandelt haben, in Kroatien «Poskok» genannt und auch als Sandviper bekannt. Zu erkennen ist sie am Zackenmuster auf dem Rücken und am charakteristischen Horn auf der Nase. Sie kommt in südlichen Ferienländern wie Italien und Kroatien vor und gilt als eher träge und wenig aggressiv. Fühlt sie sich bedroht, kann sie aber zubeissen – wie ihre in der Schweiz heimische Verwandte, die Kreuzotter.
Das Gift der Hornotter ist dem der Kreuzotter ähnlich, aber etwas stärker. Es enthält gewebezerstörende Substanzen und kann zu Nerven- und Gewebeschäden führen. Für gesunde Erwachsene besteht in der Regel keine Lebensgefahr – bei Kindern und Menschen mit Vorerkrankungen sieht es anders aus.
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Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
