Michel Gruber wurde in der Migros-Zentrale am Zürcher Limmatplatz zum Topshot ohne Portefeuille.
Nach mehreren Verkäufen und der Verselbstständigung des Restes blieb dem Chef Handel kaum mehr viel übrig.
Gruber ersatzlos streichen, das war angezeigt. Doch jetzt kommt’s ganz anders. Gruber wird Chef der Migros-Billigtochter Denner.
Das ist er jetzt schon, aber nur interimistisch. Nach dem Rausschmiss des alten CEOs, der nach nur 1 Jahr von Bord geschmissen wurde, hat Gruber das Denner-Steuer selbst in die Hand genommen.
Der grosse Boss aus dem Dutti-Hochhaus im Kreis 5 würde „den Vorsitz der Geschäftsleitung von Denner ad interim“ übernehmen, verkündete Denner Ende April.
Jetzt wird daraus eine fristlose Sache. Gruber soll definitiv CEO der Milliarden-Tochter des Retailers werden.
Vorher-nachher (IP; Maps)
Das jedenfalls sagte eine Migros-Quelle. Die Berufung sei allerdings formell noch nicht vollzogen, meinte der Vertrauensmann am Telefon.
Gruber bringt keinen Stallgeruch mit. Er machte seinen Weg bei McKinsey, so wie andere Migros-Spitzenleute ebenfalls.
2010 stiess er zu Valora, eine Kioskkette, die mehr und mehr in die Krise schlitterte. 2019 kriegte Gruber die Leitung „Handel Digital“ mit der wichtigen Beteiligung Digitec-Galaxus anvertraut.
Vor 5 Jahren schaffte er dann den Sprung in die Konzernleitung. Jetzt wäre er arbeitslos geworden. Da kam der Rausschmiss des Denner-Vorgängers für den 49-Jährigen gerade rechtzeitig.