ZDF-Sendung im TV

Kartoffeln und Techno: Serie zeigt die wilden 90er Jahre in München

Aktualisiert am 24.08.2026 – 09:10 UhrLesedauer: 3 Min.

Linda Bierwirth (Jule Hermann) in einer Szene aus "München Beats" (undatiertes Handout). Die Mini-Serie über den Kunstpark Ost in München lässt alte Zeiten aufleben.Vergrößern des Bildes

Linda Bierwirth (Jule Hermann) in einer Szene aus «München Beats» (undatiertes Handout). Die Mini-Serie über den Kunstpark Ost in München lässt alte Zeiten aufleben. (Quelle: Marc Reimann)

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Vom Bauernhof nach München: «München Beats» erzählt von einer jungen Frau und der noch jungen Technoszene. Das ZDF zeigt die Serie erstmals am Mittwoch.

Eine junge Frau verlässt den elterlichen Bauernhof in Ismaning, um in München ihren eigenen Weg zu gehen – mit im Gepäck nur ein Akkordeon und der Traum, als DJane in der Technoszene der 1990er-Jahre Fuß zu fassen. Das ist die Ausgangslage der neuen ZDF-Serie «München Beats».

Die Sendung ist schon seit Anfang August in der ZDF-Mediathek abrufbar. Nun zeigt der Sender sie auch im TV zur Primetime: Aus vier Episoden wird ein Zweiteiler á 90 Minuten, zu sehen am Mittwoch und Donnerstag, 26. und 27. August, um 20.15 Uhr. Wie die Sendung bei Kritikern ankommt, lesen Sie hier.

«München Beats» beginnt auf dem einstigen Fabrikgelände der Pfanni-Werke, und zeichnet dabei eine Reise durch die 1990er-Jahre. Sei es der Sog der aufkommenden Technobewegung, neue Freiräume für die queere Szene oder gar ein wirtschaftlicher Umbruch, der ganze Existenzen ins Wanken bringt. Das Drehbuch stammt von Christian Schnalke, Julie Fellmann und Stefani Straka.

Hommage an das München der 1990er Jahre

Regisseurin Mimi Kezele erkennt in ihrer Hauptfigur Linda einiges von sich selbst wieder: «Ich komme aus einer musischen Familie, jeder spielte mindestens ein Instrument. In den 90ern war ich in Lindas Alter, auch ich spielte wie sie Akkordeon, liebte die Musik, hatte große Träume», sagt sie im Interview mit der «Abendzeitung».

Linda Bierwirth alias Jule Hermann: Sie taucht im Plattenladen tief in die Welt der elektronischen Musik ein.Vergrößern des BildesLinda Bierwirth alias Jule Hermann: Sie taucht im Plattenladen tief in die Welt der elektronischen Musik ein. (Quelle: Marc Reimann)

Die fiktionale Geschichte entfaltet sich aus den Blickwinkeln verschiedener Generationen. Redaktionell habe gerade dieses Nebeneinander unterschiedlicher Welten gereizt, heißt es vom ZDF: «Land trifft auf Stadt, Tradition auf Veränderung, Kartoffeln auf Techno.»

Münchner Szenehotel «Deutsche Eiche» spielt eine tragende Rolle

Mit dem Kunstpark Ost verbindet Kezele ihre eigene Jugend: «Die ersten Nächte, in denen man lange rausgehen durfte, die Menschen, die man dort traf – Bekannte und Unbekannte – die Musik, jede Art von Musik», erinnert sie sich. Der Ort sei «wie eine Stadt in der Stadt» gewesen.

Gedreht wurde die Szenerie nicht am Originalschauplatz, sondern auf einem ehemaligen Pharma-Gelände in Wolfratshausen sowie teilweise im heutigen Werksviertel – wichtig war der Regisseurin dennoch, Details originalgetreu nachzubilden. Auch das Münchner Szenehotel «Deutsche Eiche» spielt eine tragende Rolle und wurde in einer ähnlichen Straße in Untergiesing nachgestellt.

Die Kultfabrik (Archivbild): Hier spielte sich das Münchner Nachtleben ab.Vergrößern des BildesDie Kultfabrik (Archivbild): Hier spielte sich das Münchner Nachtleben ab. (Quelle: imago)