Warnt vor Neutralitätsinitiative

Sieht die Schweizer Neutralität kritisch: Schwedens ehemaliger Ministerpräsident Carl Bildt. (Archivbild)
IMAGO/TT/Stefan Jerrevang
Carl Bildt, Politveteran, ehemaliger schwedischer Ministerpräsident und international renommierter Diplomat, warnt die Schweiz vor einer Annahme der Neutralitätsinitiative. Sie würde die Handlungsfähigkeit der Schweiz einschränken – obwohl das Land von der Sicherheit profitiert, die die Nato bietet.
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Heute um 05:05•Heute um 05:44Darum geht’sDer frühere schwedische Ministerpräsident Carl Bildt hat die Schweizer als «Trittbrettfahrer» der Nato bezeichnet.Für neutrale und bündnisfreie Staaten gebe es im heutigen Europa kaum noch Raum, sagte Bildt, einst auch Schwedens Aussenminister.Kritisch äusserte sich Bildt auch zur Neutralitätsinitiative der SVP, über die im September abstimmt.Eine Annahme würde die Schweizer Position schwächen, so Bildt.Zusammenfassung erstellt mit
Der frühere schwedische Ministerpräsident Carl Bildt hat die Schweizer als «Trittbrettfahrer» der Nato bezeichnet. Die Schweiz und Österreich seien von Nato-Staaten umgeben und wären ohne das Bündnis wesentlich exponierter, sagte Bildt im «Tamedia»-Interview.
Für neutrale und bündnisfreie Staaten gebe es im heutigen Europa kaum noch Raum, sagte der frühere schwedische Aussenminister. «Die Gründe, die die Schweiz einst zur Neutralität führten, sind verschwunden.» Es sei sehr schwierig, mitten im Herzen Europas neutral zu sein.
Kritisch äusserte sich Bildt auch zur Neutralitätsinitiative, über die die Schweiz im September abstimmt. «Man sollte sich nicht die Hände binden für die Zukunft», sagte er. Eine Annahme würde die Schweizer Position schwächen, «weil sie weniger flexibel und glaubwürdig auf die nächste Krise reagieren könnte».
Bildt beendete Neutralität in Schweden
Bildt verteidigte zudem die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland durch die Schweiz. Hätte sie sich diesen nicht angeschlossen, würde sie in Europa als Aussenseiterin betrachtet – zusammen mit Serbien.
Schweden hatte seine jahrzehntelange militärische Bündnisfreiheit nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aufgegeben und war 2024 der Nato beigetreten. Bildt war von 1991 bis 1994 schwedischer Ministerpräsident und später Aussenminister. Heute ist er Vizepräsident des Thinktanks European Council on Foreign Relations.
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