Trainer Stephan Lichtsteiner und Captain Xherdan Shaqiri sind im Frühjahr 2026 die Anführer des FC Basel.
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Acht Spiele sind seit dem Trainerwechsel des FC Basel absolviert worden. Die Bilanz von Stephan Lichtsteiner bleibt mit zwei Siegen, einem Unentschieden, fünf Niederlagen und drei verpassten Saisonzielen auch nach dem Lichtblick in Lausanne ernüchternd. Die Frage, wo der FCB stünde, wenn Ludovic Magnin Trainer geblieben wäre, ist hypothetisch. Doch der Zeitpunkt des Trainerwechsels und die vielen Reizpunkte, die Lichtsteiner in seiner kurzen Amtszeit bereits setzte, sorgen bei den FCB-Fans für viele Diskussionen.
Aber dazu später mehr. Beginnen wir das FCB-Barometer mit einer simplen Frage:
Der Trainerwechsel erfolgte direkt vor drei Finalspielen in der Europa League, gegen Thun und im Cup in St. Gallen. Alle drei Partien gingen verloren und die Saisonziele wurden verspielt. Ausserdem sorgte Lichtsteiner mit fragwürdiger Kommunikation, seinem Verhalten an der Seitenlinie und öffentlicher Kritik an seinem Team für Schlagzeilen. Was uns gleich zu zwei Fragen bringt.
Gegen Lausanne verzichtete der neue Trainer in seiner Startelf erstmals freiwillig auf Starspieler und Topskorer Xherdan Shaqiri. Zum ersten Mal in dieser Saison gelangen dem FCB auch ohne Captain zwei Tore. Als Erklärung wurden nach dem Spiel der Kunstrasen und die Belastungssteuerung in der anstehenden englischen Woche genannt. Doch eine Frage, welche in den nächsten Monaten und Jahren immer öfter gestellt werden und deren Moderation auch über den sportlichen Erfolg des FCB entscheiden wird, ist auch heute schon interessant.
Die Kritik der Fans richtete sich in den vergangenen Wochen auch gegen die sportliche Führung. Zum ersten Mal geriet auch der zuvor viel gelobte Sportdirektor Daniel Stucki ins Kreuzfeuer. Vor allem, weil er im Dezember einen neuen Stürmer versprach und dann – nach dem geplatzten Gregoritsch-Transfer – doch keinen verpflichtete. Leih-Spieler Andrin Hunziker wollte Stucki nach eigener Aussage den Druck beim FCB zunächst nicht aussetzen. Dann gab es doch einen Rückholversuch. Und weil auch der scheiterte, ist jetzt das 18-jährige Eigengewächs Giacomo Koloto der Heilsbringer, weil Albian Ajeti und Moritz Broschinski nach wie vor kein Bein vors andere bringen.
Zudem dauerte es lange, bis die durch die Abgänge von Adrian Barisic und Jonas Adjetey aufgerissene Lücke in der Innenverteidigung durch Becir Omeragic wieder gefüllt wurde. Und Julien Duranville mag zwar hochveranlagt sein, doch ein sportlicher Ersatz für den zum HSV abgewanderten Philip Otele ist er noch nicht.
Sechs Spiele stehen noch an, bis die Liga geteilt wird. Dann folgen fünf weitere Partien, ehe die Saison 2025/26 am 17. Mai beendet ist. Aktuell steht der FC Basel auf Rang 4, was nur dann für die Qualifikation zur Conference League berechtigt, wenn St. Gallen den Cup gewinnt. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte der FCB Lugano oder St. Gallen noch überholen. Aber auch Sion und YB schielen noch auf die Europacupplätze.
Bis auf die auslaufenden Leihen von Koba Koindredi und Julien Duranville gibt es beim FC Basel bis zum Sommer keine offenen Vertragssituationen. Ungeklärt ist bis jetzt die Frage, wer in der kommenden Saison im FCB-Tor steht. Marwin Hitz hat angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern.
Abschliessend beenden wir auch dieses bz-FCB-Barometer mit der Frage: Macht FCB-Präsident David Degen einen guten Job? Zur Einordnung: Im Sommer 2024 bejahten diese Frage nur 28 Prozent. Seither stieg der Wert auf 73 Prozent im Januar 2025 und erreichte im Juni 2025 mit 79 Prozent einen Höchstwert. Im Dezember 2025 sagten noch 67 Prozent Ja zu Degen.