Nach dem Pokal-Aus gegen Bochum platzt SpVgg-Coach Heiko Vogel der Kragen. Er wettert gegen die Schiedsrichter – und zieht den Vergleich mit dem Militär.

Heiko Vogel setzt zur Wut-Rede gegen den Schiedsrichter an. – Youtube / Greuther Fürth

Das Wichtigste in Kürze

SpVgg Greuther Fürth scheidet im DFB-Pokal 1:2 gegen den VfL Bochum aus.

Trainer Heiko Vogel (50) wettert nach dem Spiel gegen das Schiedsrichtergespann.

Auch Bochum-Coach Uwe Rösler (57) übt scharfe Kritik am Unparteiischen.

Die SpVgg Greuther Fürth scheitert in der ersten Runde des DFB-Pokals am VfL Bochum. 1:2 heisst es am Ende für die Kleeblatt-Elf. Trainer Heiko Vogel (50) gibt sich danach zunächst als fairer Verlierer und gratuliert seinem Bochumer Kollegen Uwe Rösler.

«Erstmal Uwe, Gratulation an deine Jungs und dich zum Erreichen der zweiten Runde. Darum ging es heute, das haben wir leider nicht geschafft.» Auch seine eigene Mannschaft lobt er laut «BR24» noch: «Meine Mannschaft hat ein tolles Spiel gemacht.»

Dann kippt die Stimmung. Vogel setzt an, ringt sichtlich mit sich, ob er überhaupt etwas zum Schiedsrichter sagen soll. Dann legt er doch los. Ins Visier gerät Unparteiischer Florian Lechner, der einen möglichen Elfmeter für Bochum in der Nachspielzeit nicht gab.

Die spielerische Leistung des Referees will Vogel dem Vernehmen nach noch verzeihen. Was ihn stört, ist der Umgangston von dessen Team: «Die fordern immer Respekt. Und Respekt ist keine Einbahnstrasse.»

Heiko VogelHeiko Vogel und die Schiedsrichter – der Ex-FCB-Trainer und die Unparteiischen haben das Heu selten auf der gleichen Bühne. – Keystone

Vogel: «Bitte nicht eine halbe Stunde meiner Zeit klauen»

Bei manchem werden da Erinnerungen wach an Vogels Zeit als Trainer des FC Basel. Auch dort war er bekannt dafür, mit Schiedsrichtern und deren Entscheidungen scharf ins Gericht zu gehen.

Doch was genau hat Vogel am Sonntag gesagt? Auf der Pressekonferenz hakt ein Journalist nach, worum es beim Wortwechsel mit dem Schiedsrichter nach Abpfiff eigentlich ging. «Naja, das war ja ein Elfmeter, oder haben sie den auch nicht gesehen? Dann wären sie der zweite», kontert Vogel.

Heiko VogelHeiko Vogel hatte schon in seiner Zeit als Basel-Trainer immer wieder gegen die Schiedsrichter gewettert (Archiv). – Keystone

Der Reporter hält dagegen, er habe zwar ein Handspiel gesehen, aber aus kurzer Distanz. Vogel bohrt nach, wie er selbst entschieden hätte – der Journalist weicht aus: «Ich halt mich raus.»

Sichtlich genervt, mit lauter werdender Stimme, legt Vogel nach: «Manchmal braucht man das Ding, und wenn es Hand ist, ist es Hand. Aber die kommen immer, erzählen dann irgendetwas von Belehrung. Die sollen doch einfach eine E-Mail schicken und sagen: Ermessensspielraum. Aber bitte nicht immer eine halbe Stunde meiner Zeit klauen.»

Vogel: «Da geht es einfach mal um Respekt»

Sein eigentliches Problem liege gar nicht primär bei der Entscheidung selbst, stellt Vogel klar. Sondern bei der Art, wie mit seinem Team gesprochen wurde. «Ich brauch keine Erziehungsmassnahme. Dann soll er mir Gelb geben, wenn ich drüber war, aber ich möcht mich nicht anschnauzen lassen.»

Heiko Vogel FC BaselHeiko Vogel fühlt sich von den Schiedsrichtern offenbar provoziert. – Keystone

Besonders sauer stösst ihm ein Wortwechsel zwischen dem vierten Offiziellen und Fürths Co-Trainer Danny Schwarz auf: «Da ist leider keine Kamera dabei gewesen, aber wie der mit Danny Schwarz gesprochen hat. Das ist ein Mann von 50 Jahren – wir sind hier nicht beim Militär. Und da geht es einfach mal um Respekt.»