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Das Klimaphänomen El Niño im Pazifik vor Südamerikas Westküste gewinnt immer weiter an Kraft, inzwischen ist wahrscheinlich, dass es das stärkste seit Beginn der Aufzeichnungen wird. Während die daraus folgenden Wetterveränderungen in vielen Teilen der Welt dramatischer werden dürften als in Europa, werden hierzulande mindestens indirekte Folgen zu spüren sein. Das geht aus Mitteilungen des Deutschen Wetterdiensts, der US-Klimabehörde NOAA und Experteneinschätzungen hervor. „So können schlechte Ernten im Pazifikraum zu höheren Preisen für Zucker, Kaffee und Kakao führen“, zitiert die dpa den Physiker Armin Bunde. Zudem hat der aktuelle El Niño bereits Einschränkungen am Panamakanal zur Folge, mit Konsequenzen für den Welthandel.
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Konsequenzen primär abseits von Europa
Als El Niño werden veränderte Meeresströmungen im äquatorialen Pazifik bezeichnet, die alle paar Jahre für überdurchschnittlich hohe globale Temperaturen sorgen. Seit dem Frühjahr haben Satellitenmessungen darauf hingedeutet, dass sich ein neuer El Niño entwickelt hat, inzwischen hat er begonnen. Mitte August hat die NOAA zusammengefasst, dass die Wahrscheinlichkeit eines „sehr starken“ El Niño jetzt bei mehr als 90 Prozent liegt. Zudem hieß es da, dass „mit einer Wahrscheinlichkeit von 69 Prozent ein historisches Ereignis bevorsteht, das die Stärke aller El Niños seit 1950 übertrifft“. Schon im Juni hat die Weltwetterorganisation WMO dringende Abwehrmaßnahmen gefordert.
Für erhebliche Veränderungen des Wetters sorgt ein El Niño üblicherweise in Teilen Amerikas, Australiens, Asiens und Afrikas, erklärt der DWD. In Südamerika komme es in sonst trockenen Gebieten üblicherweise zu kräftigen Niederschlägen, in Südostasien dagegen zu schweren Dürren. Auch wegen der großen Entfernungen zum tropischen Pazifik seien die Folgen für Europa üblicherweise weniger stark ausgeprägt. Es sei in der Vergangenheit aber häufiger zu Kaltlufteinbrüchen nach Europa gekommen. Allein aus einem starken El Niño könne man aber keinen besonders kalten Winter in Europa ableiten. Noch seien die Folgen „nicht adäquat prognostizierbar“.
Weitreichende Konsequenzen hat der El Niño bereits in Mittelamerika. Mitte August hat die Panamakanalbehörde Beschränkungen für die Durchfahrt durch den Kanal angekündigt. Die buchbaren Durchfahrten werden ab September schrittweise leicht gesenkt. Trotz der laufenden Regenzeit und ergriffener Wassersparmaßnahmen seien zusätzliche vorbeugende Schritte erforderlich. Der Panamakanal funktioniert mit Schleusen. Jedes Mal, wenn ein Schiff hindurchfährt, fließt Süßwasser ins Meer ab. Für den Welthandel sind die Einschränkungen nicht die erste Störung, seit dem Frühjahr liegt bereits der Schiffsverkehr durch die wichtige Straße von Hormus weitgehend brach. Etwa 90 Prozent des Welthandels werden auf dem Seeweg abgewickelt.
(mho)
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