Werra-RundschauEschwege

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Uns auf Google folgenFotowettbewerb Vernissage Kunstverein Eschwege August 2026 Gewinner Ralph Keyser-Hartmann„Wo das Unerwartete Musik wird“ lautet der Titel des Siegerfotos vom Ralph Keyser-Hartmann, das er bei einem London-Besuch aufgenommen hatte. © Silke Hellwig

Der Kunstverein Eschwege hat die Gewinner seines siebten Fotowettbewerbs gekürt. Die Ausstellung mit 43 Teilnehmern ist bis zum 4. Dezember im Hochzeitshaus zu sehen.

Eschwege – Musik steckt seit Freitag im Hochzeitshaus, genauer: in seinem Lichthof. Allerdings muss man schon aufmerksamer hinhören und hinsehen, denn am Freitag wurde die Ausstellung zum siebten Fotowettbewerb des Kunstvereins Eschwege in Kooperation mit der Kreisstadt Eschwege eröffnet. Das Motto: Da steckt Musik drin. 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden während der Ausstellungseröffnung geehrt, die besten Aufnahmen wurden ausgezeichnet. Der Konkurrenz der tönenden Fotos stellte sich Gregor Kilian, der die Vernissage am Klavier umrahmte.

Melodie der Natur und Sound eines Oldtimers: alles in BildernKunstverein Eschwege Vernissage Fotowettbewerb August 2026Fast alle der 43 Fotografen waren bei der Vernissage anwesend und bekamen Applaus und Dankeschön. © Foto: Silke Hellwig

Die Bilder zeigen eine große Bandbreite nicht nur in der Interpretation der gestellten Aufgabe, sondern auch in der Art der Umsetzung. Zu sehen sind Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Konzerten und Musikern aus Eschwege und dem Rest der Welt, Stillleben mit Instrumenten und Notenblättern. Es gibt Farbfotos von Kapellen und Spielmannszügen, von Figuren und Objekten, vom Glockenspiel am Rathaus und den Stimmgabeln an der Musikschule.

Ein Bild illustriert eine Melodie der Natur und zeigt eine Biene, ein anderes den Sound eines Oldtimers. Auch humorvolle Ansätze haben Raum gefunden – wie ein Bild von (Kassetten-)Bandsalat, angerichtet mit Tomaten auf einem Teller, und von „Handkäs mit Musik“. Das Open Flair kam seltener vor als von der Jury erwartet.

Schnappschuss wird zum Sieger beim Fotowettbewerb in Eschwege

Manche Fotos wecken schon beim flüchtigen Betrachten das musikalische Gedächtnis, andere verlangen längeres Hinschauen und In-sich-hineinhören. Bei einigen Bildern handelt es sich um Momentaufnahmen, die gewissermaßen nachklingen, andere sind inszeniert und setzen so Töne, wieder andere digital bearbeitet.

Ein Schnappschuss ist es auch, den die Jury – bestehend aus Vertretern des Kunstvereins, der Stadt und dieser Zeitung – zum besten Foto des Wettbewerbs kürte. Urheber ist Ralph Keyser-Hartmann. Das Schwarz-Weiß-Bild mit dem Titel „Wo das Unerwartete Musik wird“ stamme von einem London-Aufenthalt, erzählte er. Dort sei er auf ein Paar gestoßen, das auf Sägen musizierte. Platz 2 belegt Amelie Möbisch, ebenfalls mit einem Schwarz-Weiß-Foto, Titel: „Sounds like Home“. Es zeigt einen jungen Mann an einem Sampler, eine Schallplatte „Eschwege singt und spielt“ aus dem Jahr 1977 zu seinen Füßen. Markus Claus reichte mit seiner Konzertaufnahme „Spot mit Flair-Musik“ das drittbeste Motiv ein. Es zeigt Simon Neil, Frontmann der Band Biffy Clyro.

Auch ein gutes Foto bedarf einer Komposition

Die Ausstellung zeige das „ganze Spektrum der Fotokunst“, sagte eingangs Angelika Knapp-Lohkemper, Vorsitzende des Kunstvereins. „Die künstlerische und gestalterische Qualität der Fotos ist überzeugend.“ Es sei nicht einfach gewesen, eine Auswahl für die Preisverleihung zu treffen. „Eigentlich hätte jedes Foto einen Preis verdient.“ Musik und Fotografie hätten mehr gemeinsam, als man gemeinhin annehme, sagte Dr. Annika Spilker, Leiterin des Stadtarchivs und des Stadtmuseums, zur Einführung. Nicht nur ein Musikstück bedürfe einer Komposition, sondern auch ein gutes Foto.

Es trifft „uns dort, wo Worte längst nicht mehr alles sagen“. Es ende nicht etwa am Bilderrahmen, sondern erreiche die Köpfe und Herzen der Betrachter. Davon kann man sich selbst bis zum 4. Dezember im Hochzeitshaus auf dem Schulberg einen Eindruck verschaffen (montags von 9 bis 13 sowie 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr).