Der Staatsanwalt widerspricht der Angeklagten Anna Giacometti, die am frühen Morgen erklärt hatte, niemand sperre «aus heiterem Himmel» einen Wanderweg, und gesagt hatte, sie habe den Experten vertraut.
Der Staatsanwalt entgegnet, die Experten hätten darauf hingewiesen, dass es zu Todesfällen kommen könne. «So heiter» sei der Himmel über dem Piz Cengalo schon längst nicht mehr gewesen. Der Bergsturz habe sich «durch zahlreiche Vorboten» angekündigt. Der Staatsanwalt sagt, die Experten hätten damals Massnahmen vorschlagen müssen, um die Wanderwege zu sperren. Die Gemeindebehörden wiederum hätten eine solche Sperrung beschliessen müssen. So hätte sich der Tod von acht Wanderinnen und Wanderern «mit grösster Wahrscheinlichkeit» verhindern lassen.
Der Staatsanwalt plädiert – weil die Angeklagten nicht vorbestraft seien – aber nicht auf Freiheitsstrafen, sondern auf bedingte Geldstrafen.
Nun ist Mittagspause. Der Prozess wird um 13 Uhr 30 fortgesetzt.