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Bellerivestrasse wird bald wieder vierspurig – und bleibt es auch
Die Notsanierung der Strasse kann vier Monate früher als geplant abgeschlossen werden. Derweil hat die Stadt die Pläne für den Verkehrsversuch mit zwei Spuren begraben.
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Zwei statt vier Spuren: So präsentiert sich die Bellerivestrasse seit über einem Jahr. (Archivbild)
Foto: Urs Jaudas
In Kürze: Die Notsanierung der Bellerivestrasse wird vier Monate früher als geplant abgeschlossen.Ab dem 6. September ist die Strasse wieder mit vier Fahrspuren befahrbar.Die Stadt Zürich hat den geplanten Verkehrsversuch mit zwei Fahrspuren definitiv aufgegeben.Der Regierungsrat wies den Rekurs der Stadt im Juni 2026 ab.
Gute Nachrichten für alle, die auf der Bellerivestrasse in die Stadt Zürich und zurück pendeln. Die Verkehrsachse wird bald keine Baustelle mehr sein. Wie die Stadt Zürich am Montag mitteilt, wird die Notsanierung der Strasse noch diese Woche abgeschlossen – vier Monate früher als ursprünglich geplant. Lediglich zweitägige Belagsarbeiten auf einer Länge von 80 Metern in der Ida-Bindschedler-Strasse stehen noch aus. Diese sind für September geplant.
Seit August 2025 waren auf einem rund 1,6 Kilometer langen Abschnitt Bellerivestrasse Wasserleitungen und Abwasserkanäle erneuert worden. Auslöser für das Bauprojekt waren diverse Leitungsbrüche, wie die Stadt damals erklärte.
Im Rahmen der Notsanierung wurde auch die Zahl der Fahrspuren auf der Einfallsachse reduziert. Statt zwei Spuren in jede Richtung stand noch eine Spur zur Verfügung. Die Stadt zieht in ihrer Mitteilung ein positives Fazit dieser Spurreduktion. Zwar sei es in der Einrichtungsphase zeitweise zu stockendem Verkehr und Ausweichverkehr gekommen – Navigationsgeräte lenkten Autofahrer ins Seefeld – seit der vollständigen Umsetzung sei der Verkehr jedoch flüssig gelaufen.
Mit Abschluss der Sanierung wird die Spurreduktion wieder zurückgebaut. Dies geschieht laut Stadt am 6. September. Danach ist die Strasse wieder vierspurig befahrbar. Und das wird sie bis auf weiteres auch bleiben. Denn die Stadt hat die Pläne für einen Verkehrsversuch mit zwei Fahrspuren aufgegeben.
Grosser Widerstand gegen Verkehrsversuch
Dem Versuchsabbruch des Stadtrats ging ein jahrelanger Rechtsstreit und politisches Hin und Her voraus. Die Stadt wollte mit dem Versuch herausfinden, wie flüssig der Verkehr mit zwei statt vier Spuren noch rollt. Als Grund dafür nannte sie die Sanierung, die bis 2031 in Angriff genommen werden soll, und die daraus folgende bauliche Umgestaltung der Strasse. Die Stadt stützte sich dabei auf eigene Studien, die besagten, zwei Spuren könnten die gleiche Verkehrsmenge befördern wie deren vier.
Einen ersten Anlauf für den Verkehrsversuch nahm 2020 der damalige Tiefbauvorsteher Richard Wolff (AL). Er erwähnte in einer Gemeinderatssitzung beiläufig, dass die Bellerivestrasse zwischen der Badi Tiefenbrunnen bis vor das Opernhaus während einem halben Jahr versuchsmässig auf zwei Spuren reduziert werden soll. Damit sollten die Erkenntnisse der Studie in der Praxis getestet werden.
Weil Wolff aber unter anderem den Kanton nicht zuvor über seine Pläne informiert hatte, regte sich grosser Widerstand. Er zog das Experiment zurück. Zwei Jahre später nahm Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) einen neuen Anlauf. Weil sie die Werkleitungen sanieren muss, plante sie den Versuch von August 2023 bis April 2024.
Erneut gab es Widerstand. Die Gemeinden an der Goldküste meldeten Bedenken an. Schliesslich verweigerte die Kantonspolizei Zürich die Zustimmung zum geplanten Verkehrsversuch zwei Monate vor dem geplanten Start. Die Stadt legte Rekurs dagegen ein, welchen die kantonale Sicherheitsdirektion im Mai 2024 abwies.
Stadt Zürich unterliegt Kanton
Die Stadt gab nicht auf und zog vor das Verwaltungsgericht, welches die Beschwerde im November 2025 teilweise guthiess. Das Gericht befand, dass die Sicherheitsdirektion «vorbefasst» sei, also nicht unabhängig genug. Da die Direktion bereits vorab in die Entscheidungsfindung der Polizei eingebunden war, hätte der Regierungsrat über den Rekurs befinden müssen.
Der Regierungsrat entschied im Juni 2026 jedoch gleich wie zuvor die Sicherheitsdirektion. Nun gibt die Stadt Zürich auf. Sie akzeptiere den Entscheid und verzichte auf den Verkehrsversuch, schreibt die Stadt auf der Projektwebsite zur Bellerivestrasse. Ein Gerichtsverfahren könne lange dauern und zu Verzögerungen führen, begründet sie die Aufgabe. Als nächstes werde nun ein Strassenbauprojekt ausgearbeitet, das «zu gegebener Zeit» publiziert werde.
Sanierung der Bellerivestrasse
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