Bald können hierzulande einige Waren auch während technischer Störungen mit der Karte bezahlt werden. So funktioniert es.
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Die Notwendigkeit: Der bargeldlose Zahlungsverkehr nimmt in der Schweiz stetig zu. Kommt es zu Störungen im Datenverkehr zwischen Banken und Kassen, drohen Blockaden im Handel. Laut dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) soll für solche Fälle neben Bargeld eine Alternative zu digitalen Zahlungsmitteln zur Verfügung stehen. Das soll den Menschen den Einkauf lebenswichtiger Güter ermöglichen und die Wirtschaft am Laufen halten. Eingeführt werden soll diese neue Lösung bis Ende 2027.
Das neue Notsystem: Fällt das Datennetz aus, können Kundinnen und Kunden in der Schweiz lebenswichtige Güter künftig trotzdem bargeldlos bezahlen. Das System greift vollautomatisch am Terminal, sobald keine Verbindung hergestellt werden kann zum Zahlungsanbieter. Wer offline bezahlen will, benötigt zwingend eine physische Kredit- oder Debitkarte und die PIN-Nummer. Diese wird im Gerät gespeichert und übermittelt, sobald es wieder eine Verbindung gibt. Das Konto wird erst dann belastet. Mobile Bezahldienste wie Handy oder Smartwatches funktionieren im Offline-Modus nicht. Ausländische Karten sind ebenfalls ausgeschlossen.
Legende:
Um das Notfallsystem nutzen zu können, muss man eine Kredit- oder Debitkarte dabeihaben, und zwar eine inländische. Voraussetzung für die Nutzung des Notfallsystems ist aber auch, dass der Kartenleser mit Strom versorgt wird.
Keystone/KARL-JOSEF HILDENBRAND
Der Geltungsbereich: Um das finanzielle Risiko gering zu halten, ist die Offline-Zahlung auf lebenswichtige Güter beschränkt. Dazu gehören Nahrungsmittel, Medikamente und Treibstoffe. Das Notsystem funktioniert demnach dort, wo für den Grundbedarf eingekauft wird, also im Wesentlichen in Lebensmittelläden, Apotheken und an Tankstellen. Die Aktivierung erfolgt bei Kommunikationsstörungen, Infrastrukturausfällen oder Fehlern in den Autorisierungssystemen.
Die Sicherheitsgrenzen: Um gezielten Missbrauch zu verhindern, ist die Offline-Zahlung streng limitiert. Es gelten feste Grenzen für die Anzahl der Transaktionen und die Höhe der Geldbeträge. Die genauen Limits behalten die zuständigen Stellen unter Verschluss. Sie sind so berechnet, dass der persönliche Grundbedarf an lebenswichtigen Gütern für ungefähr eine Woche gedeckt werden kann.
Legende:
Gedacht ist die Lösung für lebenswichtige Güter wie Lebensmittel, Medikamente oder Treibstoffe.
Keystone/GAETAN BALLY
Die Risikoverteilung: Bei Offline-Zahlungen entfällt die sofortige Prüfung der Kontodeckung. Das daraus resultierende finanzielle Ausfallrisiko tragen primär die beteiligten Banken und Finanzinstitute. Sie übernehmen diese Haftung bewusst, um die Funktionalität des Zahlungsverkehrs auch in ausserordentlichen Situationen zu gewährleisten. Technische Sicherheitsmechanismen begrenzen das Verlustrisiko für die Finanzinstitute.
Die Allianz: Die Umsetzung basiert auf einer freiwilligen Absichtserklärung. Entwickelt wurde diese Branchenlösung gemeinsam vom BWL, der Schweizerischen Nationalbank SNB, den Finanzinstituten als Kartenherausgeber, den Unternehmen der Zahlungsverkehrs-Infrastruktur und dem Detailhandel. Ein Grossteil des Lebensmittelhandels und fast alle Kartenherausgeber sind bereits angeschlossen.