Die Sicherheitslage in Thailands südlichen Grenzprovinzen bleibt angespannt. Seit 2017 wurden bei 1.271 Vorfällen insgesamt 3.270 Menschen getötet oder verletzt. Archivbild: epa/Padung Wannalak

Die Sicherheitslage in Thailands südlichen Grenzprovinzen bleibt angespannt. Seit 2017 wurden bei 1.271 Vorfällen insgesamt 3.270 Menschen getötet oder verletzt. Archivbild: epa/Padung Wannalak

PATTANI/YALA/NARATHIWAT: In den südlichen Grenzprovinzen Thailands sind seit 2017 bei Unruhen insgesamt 3.270 Menschen getötet oder verletzt worden. Nach am Sonntag (23. August 2026) veröffentlichten Daten wurden bis zum 31. Juli dieses Jahres 1.271 sicherheitsrelevante Vorfälle registriert. Der Kommandeur der 4. Armeeregion, Lt Gen Norathip Poynok, brachte die jüngsten Gewalttaten unterdessen mit dem verstärkten Vorgehen der Behörden gegen Drogenhandel, Schmuggel und andere illegale Geschäfte in Verbindung.


Easy ABC Sprachschule in Pattaya. Tel.: +66 89 881 9873


Thailand Immobilien – HH Real Estate

Die Statistiken basieren auf Daten des Southern Border Provinces Administrative Centre (SBPAC) und des Southern News Centre der Nachrichtenagentur Isranews. Nach Angaben der Herausgeber wurden die Zahlen von drei Seiten überprüft. Die Statistik unterscheidet allerdings nicht zwischen Todesopfern und Verletzten.

Deutlicher Rückgang bis zum Jahr 2020

Demnach wurden 2017 insgesamt 175 Vorfälle mit 495 Toten oder Verletzten registriert. In den folgenden Jahren ging die Zahl der Zwischenfälle zunächst zurück: 2018 waren es 153 Vorfälle mit 319 Betroffenen, 2019 noch 120 mit 353 Betroffenen. Den niedrigsten Wert des betrachteten Zeitraums verzeichnete das Jahr 2020 mit 57 Vorfällen und 209 Toten oder Verletzten.


Thai online lernen - Thai-Kurse für rasche, nachhaltige Lernerfolge

Anschließend stiegen die Zahlen wieder. Für 2021 wurden 83 Vorfälle mit 223 Betroffenen erfasst, für 2022 waren es 94 Vorfälle mit 310 Betroffenen. Im Jahr 2023 registrierten die Behörden 163 Vorfälle mit 250 Toten oder Verletzten. 2024 waren es 170 Vorfälle mit 426 Betroffenen und 2025 insgesamt 153 Vorfälle mit 440 Betroffenen.

2026 bislang 245 Tote und Verletzte

Für das laufende Jahr weist die Statistik bis zum 31. Juli 103 Vorfälle mit 245 Toten oder Verletzten aus. Da die Zahlen für 2026 lediglich die ersten sieben Monate umfassen, sind sie nicht unmittelbar mit den vollständigen Jahreswerten der Vorjahre vergleichbar.


APG ist Ihr Versicherungsberater mit über 30-jähriger Erfahrung.

Norathip, der zugleich Direktor des Internal Security Operations Command (ISOC) Region 4 ist, erklärte, dass die jüngsten Vorfälle darauf abzielen könnten, die Arbeit der staatlichen Sicherheitskräfte zu diskreditieren. Nach seiner Einschätzung habe nicht in erster Linie die gezielte Tötung von Zivilisten oder Behördenvertretern im Vordergrund gestanden.

Armee erhöht Druck auf Netzwerke

Als möglichen Hintergrund nannte der Armeekommandeur den verstärkten Druck auf mutmaßliche Täter sowie Drogen- und Schmuggelnetzwerke in Pattani, Yala und Narathiwat. Sicherheitskräfte hätten von Ende Juli bis Mitte August verstärkt gezielte Durchsuchungs- und Fahndungsaktionen durchgeführt.


Wir verbinden deutschsprachige Auswanderer in Pattaya. Tel: +66 82 001 3126

Parallel dazu setzten die Behörden die Kampagne „90 Days to Defeat Drugs“ fort. Dabei seien größere Mengen an Drogen beschlagnahmt und mehrere Verdächtige festgenommen worden. Bei einer weiteren Operation im Bezirk Yarang wurden Mitte August nach Angaben Norathips mehr als zwei Millionen illegal gehandelte Zigaretten sowie rund 18 Millionen Baht Bargeld sichergestellt.

Schmuggel bringt monatlich Millionen

Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass der illegale Zigarettenhandel mit einem Drogennetzwerk in Verbindung steht. Das Volumen illegaler Geschäfte in der Region könne sich nach Einschätzung der Behörden auf mehrere hundert Millionen Baht pro Monat belaufen.


DER FARANG - Ihre Verbindung nach Thailand

Norathip erklärte, dass durch das verschärfte Vorgehen erhebliche finanzielle Interessen krimineller Netzwerke beeinträchtigt worden sein könnten. Es sei daher möglich, dass betroffene Gruppen mit neuen Gewalttaten auf die Maßnahmen der Behörden reagierten. Nach seinen Angaben dienen illegale Geschäfte zugleich als Finanzierungsquelle für die Aufstandsbewegung, die zudem Schutzgelder eintreibe.

Sicherheitskräfte setzen Einsätze fort

Die Sicherheitskräfte würden ihr Vorgehen gegen illegale Aktivitäten fortsetzen, insbesondere gegen den grenzüberschreitenden Schmuggel und den Drogenhandel, kündigte Norathip an. Zugleich werde das ISOC Region 4 Forward Command jeden einzelnen Vorfall umfassend prüfen. Dabei solle eine faire Untersuchung für alle Beteiligten gewährleistet werden.

Norathip wies außerdem Behauptungen zurück, wonach aus einem Hubschrauber auf Menschen oder Fahrzeuge am Boden geschossen worden sei. Er bestätigte, dass Sicherheitskräfte in dem betreffenden Zeitraum Hubschrauber und Drohnen zur Überwachung von Routen eingesetzt hätten. Waffen seien aus den Luftfahrzeugen jedoch nicht eingesetzt und keine Schüsse auf Ziele am Boden abgegeben worden.

Armee dementiert Schüsse aus Hubschrauber

Der öffentlich verbreitete Bericht über Schüsse aus einem Hubschrauber stimme nach Darstellung des Armeekommandeurs nicht mit den Erkenntnissen der Behörden überein. Wäre tatsächlich mit automatischen Waffen aus einem Hubschrauber geschossen worden, hätte das betreffende Fahrzeug oder Ziel nach seiner Einschätzung nicht unbeschädigt entkommen können.