Beim diesjährigen jungspund-Festival ist das Théâtre Am Stram Gram aus Genf mit dem Prix Assitej geehrt worden. Das Theater sei ein «Leuchtturm», dessen Licht sich ständig bewege und neue Begegnungen erhelle, hiess es in der Begründung des Fachverbands Assitej Schweiz/Suisse/Svizzera/Svizra. Die künstlerische Praxis sei «grosszügig» und «zutiefst menschlich» und schaffe einen «Raum des Zuhörens und der Verwandlung».

Das Haus zählt zu den bedeutenden Institutionen für Kinder- und Jugendtheater in Europa. Die Leiterin des Zürcher Theaters PurPur, Claudia Seeberger, Trägerin des Prix Assitej 2024, betonte bei der Preisverleihung: «Kinder merken es sofort. Es ist ihr Haus!» Die künstlerische Leiterin des Schweizer Theatertreffens, Julie Paucker, hob den Stellenwert des Publikums hervor und die immer wieder neu entwickelten Formen der Partizipation.

Beim jungspund zeigt das Théâtre Am Stram Gram am Mittwoch zwei Mal die Inszenierung «Actapalabra» – eine Hommage an das absurde Theater. Noch sind Tickets erhältlich.

Eine prägende Institution seit 1974

Seit 2021 wird das Theater vom Schauspieler und Regisseur Joan Mompart geleitet, der den Preis entgegennahm. Gegründet wurde die Compagnie 1974 von Dominique Catton und Nathalie Nath und prägt seither das professionelle Theater für junges Publikum in der Schweiz.

1992 erhielt Am Stram Gram ein eigenes Haus im Stadtzentrum, entworfen von den Architekten Peter Böcklin und Predrag Petrovic. Anstatt ein Theater mit repräsentativer Fassade zu bauen, bauten sie 16 Meter in die Tiefe.

Für das Publikum führt ein inszenierter Weg von der lauten Strasse hinunter in eine dreistöckige offene Halle. Sie wird von oben durch ein grosszügiges Glasdach beleuchtet. Zwei Bühnen, grosszügige Foyers, eine Bibliothek sowie diverse Atelierräume laden das Publikum ein.

Würdigung zahlreicher Nominierter

Bei der Preisverleihung wurden alle Nominierten gewürdigt – darunter Theaterschaffende für junges Publikum aus Zürich, Schaffhausen, Biel, Luzern und Genf. Der Vorstand der Assitej Schweiz/Suisse/Svizzera/Svizra orientierte sich bei der Nominierung an den vielfältigen Vorschlägen der Verbandsmitglieder.