Defizite in Millionenhöhe | 25. August 2026

Für die Arbeitsintegration im Kanton Bern zeichnet sich ein Bruch ab: Bern, Biel und mehrere Oberaargauer Gemeinden verzichten auf eine Teilnahme an der neuen Ausschreibung. Sie halten das Modell für finanziell nicht tragbar und fachlich unzureichend.

Bei der Schweizerischen Post gibt es eine Integrationsvorlehre im Paketzentrum Härkingen.

Bei der Schweizerischen Post gibt es eine Integrationsvorlehre im Paketzentrum Härkingen.Foto: Keystone

Die Städte Bern und Biel sowie mehrere Oberaargauer Gemeinden nehmen nicht an der kantonalen Ausschreibung zur Arbeitsintegration teil. Das neue System sei finanziell nicht tragbar und weise fachliche Mängel auf.

Der Auftrag könne ab 2028 nicht kostendeckend betrieben werden, schreiben die Stadtbehörden und der Verein maxi.mumm in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Verantwortlichen rechnen mit Defiziten in Millionenhöhe.

Fachlich bemängelten sie, dass langfristige Integrationsplätze für Menschen mit geringen Arbeitsmarktchancen wegfielen. Dies schaffe für eine grosse Gruppe von Sozialhilfebeziehenden keine Perspektive, sagte die Berner Gemeinderätin Ursina Anderegg (Grünes Bündnis).

Zudem führe das neue System zu einer versteckten Lastenverschiebung auf die Gemeinden. Die Städte und der Verein forderten den Kanton Bern zum Dialog auf. Die Massnahmen für die aktuell rund 2500 Personen seien bis Ende 2027 gesichert.