Zu teuer, zu anfällig, zu ineffizient: Teslas «Solar Roof» ist gescheitert

Der US-Konzern hat alle Hinweise auf das «Solar Roof» von seiner Website entfernt. Hohe Kosten und technische Probleme liessen das einst als Revolution gefeierte Produkt scheitern.

Pascal Steiner Publiziert heute um 15:02 Uhr LinkedIn Link kopiert Error occurred Facebook Link kopiert Error occurred X Link kopiert Error occurred E-Mail Link kopiert Error occurred Link kopieren Link kopiert Error occurred Einfamilienhaus mit Tesla Solar Roof-Ziegeln und Powerwall-Speicher, davor ein rotes Tesla-Fahrzeug in der Einfahrt.

Tesla bietet nur noch standardisierte Solarpanels an. Das Projekt «Solar Roof» wurde nach zehn Jahren gestoppt.

IMAGO/Andia

Vor knapp einem Jahrzehnt stellte Tesla sein innovatives «Solar Roof» vor. Es sollte die Branche revolutionieren, indem es die üblichen Standard-Panels durch massgeschneiderte Solarziegel mit hochwertigem Design ersetzt. Nun ist das ehrgeizige Projekt offenbar am Ende. Der US-Konzern hat alle Erwähnungen des Produkts von seiner Website entfernt. Wer heute nach dem Solardach sucht, wird auf die Standard-Solarangebote von Tesla umgeleitet. Das Scheitern liegt vor allem an den hohen Kosten und an praktischen Hürden.

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Von Beginn an galt das Tesla-Dach als Luxusprodukt. Zusätzlich wurde es wegen Unterproduktion über die Jahre immer teurer. Herkömmliche Solarmodule machten gleichzeitig die gegenteilige Entwicklung durch. Wegen der weltweiten Massenproduktion fiel der Preis für standardisierte Panels deutlich. Das machte die Produktion von Teslas «Solar Roof» im Vergleich unverhältnismässig teuer. Laut «Techchrunch» berichteten Kunden teilweise von Kostenvoranschlägen in Höhe von bis zu 200’000 US-Dollar für ein Dach.

Tesla-Dach war hitzeanfällig

Zusätzlich sei das System besonders anfällig gegen Hitze. Weil die Ziegel sehr flach auf dem Dach auflagen, fehlte die bei Standard-Panels übliche Luftzirkulation zur Kühlung.

Nahaufnahme von Tesla Solar Roof Dachziegeln, innovative Solardach-Technologie mit integrierten Photovoltaik-Elementen in Schieferoptik.

Zu heiss: Teslas «Solar Roof»

Foto: IMAGO/Andia

Die Folge: Unter den Ziegeln staute sich die Hitze, was in einigen Fällen zu Materialschäden und schmelzenden Unterlagen führte. Kunden hätten ausserdem berichtet, dass die Solarziegel von Tesla bei starker Hitze an Leistung verlieren. Dadurch produzierten die Tesla-Dächer oft deutlich weniger Strom, als das Unternehmen den Kunden versprochen hatte.

Während der amerikanische Tech-Gigant aufgibt, haben es andere Anbieter jedoch geschafft, die Technologie erfolgreich und praxistauglich auf den Markt zu bringen.

Luftaufnahme eines stattlichen, weiss-beigen Gebäudes mit dunklem Satteldach, umgeben von Wohnhäusern und Hügeln einer Schweizer Stadt.

Das Gebäude Collège des Parcs in Neuchâtel verfügt neu über ein in die Ziegel integriertes Solardach hergestellt in der Schweiz.

Quelle: Freesuns

Auch in der Schweiz gibt es Anbieter für Solarziegel. Das Dach des Schulgebäude Collège des Parcs in Neuchâtel wurde im Auftrag der Stadt mit Solarziegeln der Schweizer Firma Freesuns komplett saniert.

Tesla und Elon Musk

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