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«Er hat mir meine Kindheit gestohlen»: Pädosexueller Sektenführer verurteilt
Samuel Bateman wurde erwischt, als er mit drei in einem Anhänger eingesperrten Kindern unterwegs war, und hat neunjährige Kinder zu sexuellen Handlungen gezwungen. Dafür wurde der Mann nun schuldig gesprochen.
Publiziert heute um 07:23 Uhr
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Samuel Bateman vor Gericht.
Foto: Jake Bacon/Pool Arizona Daily Sun via AP
Der Anführer einer polygamen Sekte ist im US-Bundesstaat Arizona am Dienstag (Ortszeit) zu weiteren 24 Jahren Haft verurteilt worden. Der 50-Jährige wurde in drei Fällen der Kindesmisshandlung für schuldig befunden. Die Vorwürfe gehen auf eine Verkehrskontrolle im August 2022 in Flagstaff zurück, bei der drei Mädchen im Alter von elf bis 14 Jahren in dem Anhänger entdeckt wurden. Der Anhänger verfügte über eine provisorische Toilette, ein Sofa und Campingstühle, aber weder über eine Klimaanlage noch über Sicherheitsgurte. Die Behörden waren auf den Anhänger aufmerksam geworden, nachdem jemand kleine Finger gesehen hatte, die durch Spalten in den Türen ragten.
Wegen sexueller Übergriffe auf Kinder verbüsst Samuel Bateman bereits eine 50-jährige Haftstrafe auf Bundesebene. Er wurde verurteilt, weil er Mädchen im Alter von neun Jahren dazu gezwungen hatte, mit ihm und anderen Erwachsenen sexuelle Handlungen vorzunehmen, und weil er Pläne zur Entführung von Mädchen aus behördlicher Obhut geschmiedet hatte. Die nun verhängte Haftstrafe im Bundesstaat Arizona soll er im Anschluss an die 50-jährige Bundesstrafe verbüssen.
Unter dem Einfluss von Sektenführer Warren Jeffs
Bateman, der sich selbst als Prophet bezeichnete, hatte zuvor behauptet, mehr als 20 «geistliche Ehefrauen» zu haben, darunter zehn Mädchen unter 18 Jahren. Seine Gruppe war eine Abspaltung der polygamen Sekte «Fundamentalist Church of Jesus Christ of Latter-day Saints», die einst von Warren Jeffs angeführt wurde. Jeffs wurde ebenfalls wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige verurteilt.
Der Fall um Bateman war auch Gegenstand der Netflix-Serie «Vertrau mir: Der falsche Prophet».
«Ich liebe diese lieben Menschen von ganzem Herzen, und ich hatte überhaupt nicht die Absicht, ihnen zu schaden», sagte Bateman. Er hatte sich in dem Verfahren selbst vertreten und während der Anhörung zur Strafzumessung nicht um Gnade gebeten. Die Opfer forderten den Richter auf, Batemans Behauptungen zurückzuweisen, er habe niemandem schaden wollen.
«Er hat mir meine Kindheit gestohlen»
Eines der Opfer, das sich bei der Verkehrskontrolle in dem Anhänger befand, schilderte die psychische Belastung, unter der es infolge der Erlebnisse gelitten habe. Das damals 14-jährige Opfer sagte, Bateman habe sie sexuell missbraucht, als sie nur zwölf Jahre alt war. Sie habe sich einer Therapie unterziehen müssen, um sich von «Dingen zu erholen, die mir als Kind niemals hätten passieren dürfen». «Er hat mir meine Kindheit gestohlen», sagte sie.
«Das heutige Urteil dient dazu, Verantwortung für den Schaden zu übernehmen, der diesen jungen Opfern zugefügt wurde», sagte der Staatsanwalt von Coconino County, Ammon Barker. «Es stellt ausserdem sicher, dass Herr Bateman nie wieder in der Lage sein wird, einem Kind zu schaden.»
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