
Weil die Angreifer unter Androhung und Ausübung körperlicher Gewalt das Banner stahlen, taxiert die Staatsanwaltschaft den Überfall als Raub.Bild: KEYSTONE
26.08.2026, 07:2326.08.2026, 08:57
Vor dem Bezirksgericht Winterthur müssen sich heute Mittwoch zwei FCZ-Fans wegen Raubes verantworten. Sie sollen beim Überfall auf GC-Fans in Rickenbach dabei gewesen sein. Dabei stahlen die Angreifer ein Banner, das bei der GC-Choreo am Derby hätte eingesetzt werden sollen.
Das gestohlene Banner verbrannten FCZ-Fans dann am Spiel gegen GC am 19. Oktober 2024, sechs Tage nach dem Überfall in der Turnhalle in Rickenbach.
In der Anklageschrift schreibt die Staatsanwaltschaft von 50 bis 60 Personen, welche die Halle stürmten. Gegen vier wurden Verfahren eingeleitet, eines davon wurde eingestellt. Ein weiteres liegt bei der Jugendanwaltschaft. Nun stehen ein 28-Jähriger und ein 37-Jähriger in Winterthur vor Gericht. Beide sind Schweizer und wohnen in der Stadt Zürich.
Weil die Angreifer unter Androhung und Ausübung körperlicher Gewalt das Banner stahlen, taxiert die Staatsanwaltschaft den Überfall als Raub. Um in die Halle zu gelangen, schlugen sie mit einem Hammer die Scheibe der Eingangstür ein. Laut Anklage verfolgte ein Teil der Angreifer fliehende GC-Fans, während die anderen das Banner stahlen. Bei der Verfolgung wurden ein Fan und ein unbeteiligter Anwohner verletzt.
Verräterische Ricola-Verpackung
In der Anklageschrift wird angedeutet, wie die Polizei darauf kam, dass die beiden Beschuldigten Teil der Gruppierung gewesen sein sollen. Der Ältere soll im Eingangsbereich die Türe offen gehalten haben – direkt unter einer Überwachungskamera. Der Jüngere soll der Mann gewesen sein, der die Tür mit einem Hammer einschlug. Die Polizei fand vor dem Eingang eine Ricola-Verpackung, die ihm gehört haben soll.
Die Staatsanwaltschaft verlangt für den 37-Jährigen eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten Dafür soll eine Probezeit von 4 Jahren gelten. Der 28-Jährige soll gar ins Gefängnis, die beantragte Freiheitsstrafe von 22 Monaten ist unbedingt. Was die beiden Beschuldigten und ihre Verteidiger zu den Vorwürfen sagen, zeigt sich an der Verhandlung. (sda)
FCZ-Fans schweigen am Bezirksgericht Winterthur
Die beiden Fans des Fussballclub Zürich haben am Bezirksgericht Winterthur zu den Vorfällen in Rickenbach geschwiegen. Sie sollen Teil eines Mobs gewesen sein, der am 16. Oktober 2024 Fans der verfeindeten Grasshoppers Zürich angegriffen hatte. Wie der Richter sagte, führte eine DNA-Spur an einer verlorenen Ricola-Verpackung zum 28-Jährigen. Der 37-Jährige soll mittels Videoaufnahmen identifiziert worden sein. Kappe, Trainerhose und Schuhe, welche die Polizei bei ihm fand, entsprächen denen, die auf dem Video zu sehen seien. Das Video der Überwachungskamera zeige auch, dass die 50 bis 60 Männer, die in die Turnhalle stürmten, einheitlich gekleidet und maskiert gewesen seien.