Soll künftig in Italien mindestens 75 Euro Busse kosten: das Überqueren der Strasse, während man gleichzeitig ins Handy glotzt (Symbolbild).

Soll künftig in Italien mindestens 75 Euro Busse kosten: das Überqueren der Strasse, während man gleichzeitig ins Handy glotzt (Symbolbild).Bild: Shutterstock

Autofahrer dürfen beim Fahren unter keinen Umständen auf ihr Handy schauen. Auch Fussgänger werden in Italien wohl bald stärker in die Pflicht genommen.

Dorothea Meadows / t-online

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Wer in Italien beim Überqueren der Strasse den Blick auf sein Handy richtet, dem droht künftig ein Bussgeld. Mindestens 75 Euro Strafe sollen fällig werden, wenn Fussgänger mit Smartphone von Polizei oder Ordnungsbeamten ertappt werden. Die Regelung ist Teil der geplanten Reform des italienischen Strassenverkehrskodex, berichten mehrere Nachrichtenportale. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob Handynutzer einen Zebrastreifen nutzen oder die Fahrbahn an einer anderen Stelle überqueren.

Das Ziel ist klar: Auch Fussgänger sollen stärker darauf achten, was um sie herum geschieht – zur Sicherheit aller. Das geplante Verbot soll jedoch nicht für normale Gehwege gelten. Hier dürfen Fussgänger ihr Smartphone weiterhin nutzen, heisst es in den Berichten. Auch Kopfhörer und Freisprecheinrichtungen bleiben erlaubt, solange sie die Sicherheit nicht beeinträchtigen. Voraussetzung sei, dass Nutzer ihre Umgebung weiterhin ausreichend hören können.

Die neuen Vorgaben sind noch nicht beschlossen. Der Entwurf werde derzeit geprüft. Branchenverbände können bis zum 13. September dazu Stellung nehmen, heisst es. Mit einer endgültigen Fassung werde Mitte Oktober gerechnet.

Die Italiener wären nicht die Ersten, die Handynutzer zur Verantwortung ziehen. Seit 2018 enthält die litauische Strassenverkehrsordnung (KET) eine entsprechende Vorschrift. Hier heisst es sinngemäss: Fussgänger müssen, bevor sie die Fahrbahn betreten und während sie sich darauf befinden, alle Handlungen vermeiden, die sie von der Beobachtung ihrer Umgebung und des Verkehrs ablenken und sie daran hindern, sich zu vergewissern, dass sie sicher weitergehen können. Die Nutzung von Mobiltelefonen wird ausdrücklich als Beispiel genannt.

Auch in Honolulu im US-Bundesstaat Hawaii dürfen Fussgänger bereits seit 2017 beim Überqueren einer Strasse oder eines Highways nicht auf den Bildschirm eines Smartphones oder eines anderen mobilen elektronischen Geräts schauen. Beim ersten Verstoss drohen 15 bis 35 US-Dollar, beim zweiten innerhalb eines Jahres 35 bis 75 Dollar und bei weiteren Verstössen bis zu 99 Dollar. Ausnahmen gelten unter anderem für Notrufe.

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