Während im vergangenen Jahr mit «KRANK Berlin» noch eine Produktion die Fernsehpreis-Nominierungen klar dominierte, verteilen sie sich die Nominierungen in diesem Jahr auf ein breiteres Feld. Am häufigsten im Rennen um einen der Preise sind dabei mit jeweils vier Nominierungen der ARD-Film «Die Nichte des Polizisten», die ZDF-Comedyserie «Chabos» und die ARD-Dramaserie «Hundertdreizehn».
Bei «Chabos» handelt es sich um die Adaption einer britischen Vorlage, der das Team von BBC Studios aber eine ganz eigene, deutsche Handschrift gegeben hat mit zahlreichen popkulturellen Bezügen zur hiesigen Jugendkultur der frühen 2000er Jahre. Dafür sind neben der Serie selbst auch Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch für ihre Regieleistung, Anna Nekarda für die beste Montage und Johannes Kienast als bester Schauspieler nominiert.
«Chabos» bekommt es in der Comedyserien-Kategorie zum Einen mit dem Vorjahressieger «Achtsam Morden» (Constantin Film für Netflix) zu tun, für das auch Tom Schilling wieder als bester Schauspieler nominiert ist. Dritte Serie im Bunde ist «Frier und Fünfzig» von Good Humor/Brainpool TV. Annette Frier, die auch persönlich als beste Schauspielerin ausgezeichnet werden könnte, beschert ProSiebenSat.1 mit ihrer Serie über eine Frau in den Wechseljahren, die darin eine Serie über eine Frau in den Wechseljahren drehen will, die ersten Fiction-Nominierungen seit drei Jahren (damals in der Kategorie Montage für «Intimate»).
Dramaserien: Von internationalen Hits bis weniger bekannten Stoffen
Bei den Drama-Serien gibt es in diesem Jahr sogar gleich fünf Nominierungen, zwei mehr als im vergangenen Jahr. Während die ARD im Comedy-Fach leer ausging, sind hier mit «Hundertdreizehn» und «Schattenseite» gleich zwei ARD-Serien im Rennen, dazu kommen mit «Unfamiliar» von Netflix und «Maxton Hall» von Prime Video zwei Serien, die auch weit über Deutschland hinaus ihr Publikum fanden. Nicht stark im Rampenlicht stand bislang hingegen «Die Nibelungen»: Sie lief ohne allzu große Bewerbung bei RTL+, von einer Free-TV-Auswertung ist bislang nichts zu sehen. Der Jury gefiel sie aber so gut, dass sie es auf drei Nominierungen bringt: Auch für die beste Kamera und die beste Ausstattung ist sie im Rennen.
Mit insgesamt vier Nominierungen liegt aber wie eingangs erwähnt die ambitionierte Serie «Hundertdreizehn» von Windlight Pictures und Satel Film vorn. Die Serie erzählt, wie ein katastrophaler Unfall schlagartig das Leben von mehreren Menschen verändert, jede Folge ist dabei aus einer anderen Perspektive erzählt. Nominierungen gab’s auch für Rick Ostermann für die Regieleistung, Arndt Stüwe für das Buch sowie Christoph Cepok und Benjamin Kaubisch für die Montage. Jeweils doppelt im Rennen ist die von Dreamtool produzierte ARD-Serie «Schattenseite» sowie die UFA-Fiction-Produktion «Maxton Hall». Das von Gaumont produzierte «Unfamiliar» ist einmal nominiert.
Fernsehfilm/Mehrteiler in öffentlich-rechtlicher Hand
Die Kategorie «Bester Fernsehfilm / Mehrteiler» ist rein in öffentlich-rechtlicher Hand – und den Zusatz „Mehrteiler“ kann man sich auch getrost sparen, diesmal ist nämlich keiner unter den Nominierten. Neben dem eingangs schon erwähnten, insgesamt vierfach nominierten Film «Die Nichte des Polizisten» von W&B Television und EPO-Film sind das mit «Tatort: Dunkelheit» noch der erste Fall des neuen Frankfurter «Tatort»-Teams (Sommerhaus Filmproduktion), sowie das ZDF-Biopic «Olivia» über Olivia Jones, hinter dem Florida Film steht.
Die jeweiligen Hauptfiguren der Filme finden sich auch in den Schauspiel-Kategorien wieder. Im Falle der «Nichte des Polizisten» ist das Magdalena Laubisch, die hier gemeinsam mit Samirah Breuer («Schattenseite»), Annette Frier („Frier und Fünfzig“) Karin Hanczewski («Call my Agent Berlin»/Disney+) und Derya Akyol («Euphorie»/RTL+) nominiert ist. Bei den Männern treten Edin Hasanovic für den Frankfurter „Tatort“ (ARD), Johannes Hegemann für «Olivia» (ZDF), Tom Schilling für «Achtsam Morden» (Netflix), Johannes Kienast für «Chabos» (ZDF) und Josef Hader für «Sturm kommt auf» (ZDF) an.
In den Gewerks-Kategorien gibt es neben weiteren Nominierungen für Beteiligte an den schon erwähnten Produktionen auch noch Erwähnungen für «Prange – Man ist ja Nachbar» (Bestes Buch), «Oderbruch» (Beste Kamera), «Naked» (Beste Regie), «Kacken an der Havel» (Beste Ausstattung), «Mozart / Mozart» (Beste Musik) sowie «Banksters» und «Crooks» (Beste Musik).
Betrachtet man die Anzahl der Nominierungen pro Sender bzw. Plattform, dann war es ein besonders starkes Fiction-Jahr für die ARD. Gleich 16 Nominierungen entfallen auf Produktionen für die ARD, das ZDF landet mit neun Nominierungen schon mit deutlichem Abstand auf Rang 2. Bei den privaten Anbietern führt Netflix mit fünf vor RTL Deutschland mit vier Nominierungen. Zwei gab’s für Prime Video und ProSiebenSat.1, je eine für Disney+ und HBO Max.
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