Einzigartige Aufnahmen eines Beifangs liefern Hinweise, wie sich Schweinswale künftig besser schützen liessen.
Jetzt hören
Jetzt hören
Beifang – das unbeabsichtigte Fangen von Tieren wie Fischen, Walen oder gar Vögeln – ist in der Fischerei weitverbreitet. Forschende konnten nun erstmals einen Vorfall im Detail dokumentieren.
Legende:
Schweinswale zählen zu den kleinsten Walarten und werden kaum länger als 2.5 Meter. Trotz ihrer Ähnlichkeit zu Delfinen sind sie enger mit Belugas und Narwalen verwandt. Zur Orientierung nutzen sie vorwiegend Echoortung.
Imago Images / blickwinkel
Zwei Schweinswale waren auf Futtersuche, als sich einer im Netz verfing. Er konnte zwar das Netz um sieben Meter anheben – befreien konnte er sich aber nicht. Nach 4.5 Minuten ertrank er.
Wie die Aufnahme zustande kam
Box aufklappen
Box zuklappen
Zwei Unterwassermikrofone am Netz fingen die Klicklaute der Schweinswale auf, mit denen sich die Tiere orientieren. Aus der Differenz, wann und wie die Laute bei den beiden Mikrofonen ankamen, liess sich die Position der Tiere berechnen – und so ihre Bewegung rund um das Netz nachverfolgen.
Zusätzliche Tiefensensoren an den Geräten zeigten zudem, wie sich das Netz selbst während des Vorfalls bewegte.
Auch akustisch liess sich das Ereignis nachvollziehen: Zunächst dominierten Futtersuch-Laute der Tiere. Als sich eines im Netz verfing, wechselten beide sofort zu Kommunikationsrufen.
Der überlebende Schweinswal rief noch stundenlang nach dem Tod des anderen. Die Länge des verstorbenen Tiers deutet auf ein Jungtier hin – womöglich ein Mutter-Kalb-Paar.
Die Forschenden hoffen, das Risiko für Beifang künftig zu senken. So könnten akustisch reflektierendere Netze sowie Abschreckungsmittel, die sich an den natürlichen Lauten der Tiere orientieren, helfen. Auch Netze, die den Tieren bei starker Krafteinwirkung die Flucht ermöglichen, könnten künftig dazu beitragen.