Wer sich dieser Tage ein neues Fahrrad kaufen wollte, der wird eines gemerkt haben: Die Dinger werden immer teurer. Wenn man früher für ein paar Hundert Euro ein ordentliches Zweirad sein Eigen nennen durfte, kosten hochwertige Fahrräder mittlerweile fast so viel wie ein Kleinwagen. Das musste auch „Bares für Rares“-Händler Walter ‚Waldi‘ Lehnertz aus der Eifel am eigenen Leib erfahren.
Doch beginnen wir einfach am Anfang. So waren Christiane Crews und Georg Görgen aus Straberg (Kreis Neuss) mit Fahrradzubehör zu „Bares für Rares“ gekommen. „Das gehört zu irgendeinem edlen Bike, war Horst Lichter sofort klar. Und Detlef Kümmel ergänzte: „Ja, zumindest machst du fast jedes Bike damit edel.“ Aber was war es denn nun? Und wo kam es her?
📌Was macht die Firma Campagnolo so legendär? Traditionsreicher Hersteller: Campagnolo wurde 1933 von dem italienischen Radrennfahrer Tullio Campagnolo in Vicenza gegründet und zählt zu den traditionsreichsten Herstellern von Fahrradkomponenten. Pionier bei Fahrradtechnik: Die Marke entwickelte zahlreiche wegweisende Komponenten und machte unter anderem den Schnellspanner für Fahrradlaufräder populär, dessen Grundidee Tullio Campagnolo bereits 1930 entwickelte. Eng mit dem Rennsport verbunden: Campagnolo ist vor allem für hochwertige Schaltgruppen, Bremsen und Laufräder für Rennräder bekannt und gilt neben Shimano und SRAM als einer der großen Namen bei Rennrad-Komponenten.
Fahrrad-Rarität aus Straberg bei „Bares für Rares“
„Diese Gruppe gehört unserem 83-jährigen Nachbarn, der im Laufe seines Lebens viele tolle Sachen angesammelt hat. Diese Gruppe gehört dazu, die hat er damals geschenkt bekommen von einer lieben Freundin“, so Georg Görgen. Nun jedoch sollte die Bike-Rarität einen neuen Besitzer finden. Aber mal langsam. Was genau sollte denn nun verkauft werden. Zusammengefasst kann man sagen: Ein Fahrrad, wenn man Rahmen, Räder und Sattel abzieht. So waren Pedale, Bremsen etc. vorhanden. Und das auch noch aus bestem Hause. Nämlich von Campagnolo. Doch es wurde noch besser. Die Gruppe war anlässlich des 50-jährigen Jubiläums aufgelegt worden. Dazu auch noch auf 15.000 Sets limitiert und vergoldet.
Waren also die 3.500 bis 4.000 Euro, die Georg für seinen Nachbarn mitbringen sollte, machbar? Durchaus. In dieser Range lag auch Detlef Kümmel. 3.000 bis 4.000 Euro seien drin. Doch sahen das die Händler genauso?
Nun ja… So richtig schienen sie sich des Wertes nicht bewusst. So startete Waldi tatsächlich mit seinem 80-Euro-Angebot. Da konnten die „Bares für Rares“-Kandidaten aus NRW nur lachen. Doch es wurde nicht viel besser. Nachdem man sich mühsam auf 400 Euro hochgeboten hatte, griff Christiane Crews ein: „Die Expertise war um einiges höher.“ Doch auch danach wurde es nur bedingt besser. Bei 510 Euro fragte Waldi nochmal: „Jetzt sind wir aber da, oder?“ Noch lange nicht, Herr Lehnertz. Als dann die Expertise genannt wurde, herrschte Schockstarre im Händlerraum. Unter 3.000 Euro sollte die Gruppe aber nicht abgegeben werden. Das jedoch wollte niemand zahlen. So fuhren die „Bares für Rares“-Kandidaten zwar ohne frisches Geld, aber dafür mit der Fahrradgruppe wieder nach Hause.
Große Wünsche, aber leider nicht die passende Rarität dazu. Bei diesem Paar legte erst „Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Goltz aus Essen sein Veto ein, und dann auch noch Horst Lichter.