Thorsten Legat war mehr als zehn Jahre lang eines der bekanntesten Gesichter in diversen Reality-TV-Formaten. Nun hat der ehemalige Fußballprofi einen Schlussstrich unter seine Show-Laufbahn gezogen. „Mich sieht im Reality-TV kein Mensch mehr, nie im Leben“, sagte der Wahl-Wermelskirchener in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (noz). „Es war eine Lehre für mich, aber ich will auch mit den Menschen in dem Bereich nichts mehr zu tun haben.“

Legat kritisierte eine zunehmende Steuerung der Shows und sprach von „verdammt viel“ Manipulation und bezeichnete die Besetzungen von Formaten mit Tik Tokern für geringe Gagen als „billig».

Zu seiner Entscheidung scheint maßgeblich seine jüngste Teilnahme an der „Villa der Versuchung“ des TV-Senders Sat 1 beigetragen zu haben. In vielen Kamera-Einstellungen wurde anhand Legats Körpersprache und Mimik sehr deutlich, wie ihm das Verhalten und Auftreten der weiteren Kandidaten missfiel. „In diesem Experiment haben die Zuschauer mich ein Stück weit anders erlebt. Gegen die anderen Kandidaten, die nur auf Show machen, komme ich da aber nicht an.“ Er sei real und mache so etwas nicht: „Das war das letzte Format dieser Art. Damit ist Schluss.“

Thorsten Legat war unter anderem in „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ und „Das Sommerhaus der Stars“ zu sehen. Vorwürfen, er müsse aus Geldgründen an Formaten dieser Art teilnehmen, entgegnete er im noz-Interview: „Das ist Quatsch. Finanziell bin ich seit meinem 28. Lebensjahr abgesichert.» Dass er polarisiere, belaste ihn nach eigener Aussage nicht: „Was andere über mich denken, ist mir völlig egal.»

Indes kehrt der 243-fache Bundesliga-Spieler und ehemalige Trainer des FC Remscheid zu seinen sportlichen Wurzeln zurück: Thorsten Legat soll als Kostenpflichtiger Inhalt Cheftrainer den FC Germania Mallorca, den im Frühjahr gegründeten ersten deutschen Fußballklub auf der Balearen-Insel, von der untersten Liga in die Elite-Klasse führen. Seinen Lebensmittelpunkt hat er dafür von Dreibäumen nach Mallorca verlagert.

Der Ex-Bundesligaprofi sagte überdies der „Neuen Osnabrücker Zeitung“., dass unzufrieden sei mit Friedrich Merz: „Ich will keine Namen nennen, aber der Bundeskanzler versteht es nicht, dieses Land zu regieren“, Der CDU-Politiker habe von vielen Veränderungen gesprochen, aber passiert sei nichts. „Keiner nimmt ihn mehr ernst. Da schäme ich mich, Deutscher zu sein.“

Besonders geärgert habe ihn Merz‘ „Gerede, dass wir Deutschen faul sind und mehr arbeiten müssen. Und er ruht sich auf seinen Millionen aus.“ Der Vorwurf gehe an der Realität vorbei und spiele „anderen“ in die Karten. „Wenn die AfD an die Macht kommt, will ich nicht wissen, was dann passiert. Da bekomme ich Angst.“

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