Wingwoman Caro trifft auf «den Einen» – und soll ausgerechnet ihn mit einer Klientin verkuppeln: In der romantischen Komödie «Eine Wingwoman verliebt sich nicht» spielt diesen «Einen» Schauspieler Tom Beck. Wir haben ihn gefragt, welche Rolle Dating in seinem Leben spielt.
Er soll «weder die Welt verbessern noch den Leuten den Spiegel vorhalten», erklärt Tom Beck über seinen neuen Film «Eine Wingwoman verliebt sich nicht». Die Rom Com mit dem 48-Jährigen und Chiara Schoras in den Hauptrollen läuft am 30. August um 20:15 Uhr im ZDF und ist schon jetzt in der Mediathek streambar.
Im Interview mit unserer Redaktion spricht der Darsteller und Musiker über Dating-Apps, schräge Gesangseinlagen mit Chryssanthi und die Social-Media-Reaktionen auf das jüngste Baby-Announcement des Paares.
Herr Beck, in «Eine Wingwoman verliebt sich nicht» spielen Sie laut Script den «attraktiven Musiklehrer Marc Ahmadi». Empfinden Sie sich denn selbst als attraktiv?
Tom Beck: Attraktivität ist, je älter man wird, viel weniger von äußeren Bedingungen abhängig. Zumindest ist das mein Empfinden. Je mehr ich zu mir gefunden habe und immer noch finde, desto attraktiver empfinde ich mich. Ich kann mich so akzeptieren und lieben, wie ich bin. Also bin ich mit mir im Reinen.

Tom Beck spielt in «Eine Wingwoman verliebt sich nicht» einen begehrten Single. Privat hat er den Dating-App-Hype verpasst – und ist darüber keineswegs traurig.
© ZDF/Gordon Muehle
Wingwoman Caro soll Marc mit einer ihrer Klientinnen verkuppeln, hegt aber selbst Gefühle für ihn. Wie fühlt es sich an, wenn zwei Frauen um einen buhlen?
Das kommt sicher nicht häufig vor. Wobei man dazusagen muss, dass die beiden Frauen nicht gleichzeitig damit beschäftigt sind, Marc den Hof zu machen. Caro erwidert seine Zuneigung zunächst ja gar nicht – aus professionellen Gründen. Die eine darf nicht, die andere will er wiederum nicht. Das ist die Ausgangslage dieses Films.
Tom Beck hat Dating-App-Hype verpasst
Sie sind seit mehr als zehn Jahren mit Ihrer Schauspiel-Kollegin Chryssanthi Kavazi liiert. Welche Rolle spielen oder spielten Dates, insbesondere Dating-Apps, in Ihrem Leben?
Überhaupt keine. Wobei ich zugeben muss, dass ich schon mal neugierig darauf gewesen wäre. Immer wenn meine Freunde von ihren Erfahrungen berichten, dann höre ich interessiert zu. Es ist aber auch nicht so, dass ich jetzt traurig darüber bin, den Dating-App-Hype verpasst zu haben.
Braucht es in Zeiten von Dating-Apps überhaupt eine Wingwoman oder einen Wingman?
Für den ersten Schritt kann eine Wingwoman oder ein Wingman nicht schaden. Ich glaube allerdings, dass nicht das Daten das Problem ist. Vielmehr scheint es grundsätzlich schwieriger geworden zu sein, jemanden für mehr als nur für ein paar Abende zu finden. Einen Partner fürs Leben zu finden, ist gar nicht so leicht.
Marc und die Starpianistin Anya Urbanski (gespielt von Sarah Bauerett) verbindet immerhin die Liebe zur Musik. Trifft das auch auf Ihre Frau und Sie zu?
Chryssanthi singt leidenschaftlich und schön – nur halt anders schön (lacht) …
Sie meinen Ihre «Bruder Jakob»-Duette im Auto, die via Social Media recht hohe Wellen geschlagen haben?
Nun ja, beim gemeinsamen Singen hilft es natürlich, wenn man in derselben Tonart singt. Aber auch wenn meine Frau tonal nicht so singt, wie ich es mir in dem Moment wünschen würde, liebe ich es. Für mich gibt es kaum etwas Schöneres. Egal, ob jemand viel zu laut oder völlig falsch singt: Hauptsache, sie oder er fühlt es!
Teilen Sie solche Posts und Storys auch, weil Sie wissen, dass es bei Ihrer Community gut ankommt, wenn Sie sich nicht zu ernst nehmen?
Gar nicht. Wenn ich danach gehen würde, was bei den Leuten ankommt, dann müsste ich wahrscheinlich einen ganz anderen Content produzieren. Zuvor würde man wahrscheinlich eine Analyse machen. Diese Dinge entstehen wirklich spontan und in dem jeweiligen Moment. Zumal wir keine Influencer sind, die 24/7 die Kamera auf sich halten und ununterbrochen auf der Suche nach frischem Content sind.
Chryssanthi und Tom erwarten ihr drittes Kind
Vor kurzem haben Ihre Frau und Sie via Social Media verkündet, ihr drittes Kind zu erwarten. Während Motsi Mabuse dachte, es sei ein Throwback, kommentierte Annemarie Carpendale mit «WOW! Damit hab‘ ich gar nicht (nochmal) gerechnet!» Können Sie sich erklären, warum Ihr Baby-Announcement für einige offenbar so überraschend kam?
Zunächst einmal ist es schön, dass sich so viele Leute mitfreuen. Die Überraschung rührt vielleicht daher, dass Deutschland generell nicht das kinderreichste Land ist. Drei Kinder sind eher die Ausnahme.
Glauben Sie, dass auch Ihr Beruf damit zu tun hat?
Es mag sein, dass sich der eine oder andere fragt, wie wir es als Schauspieler-Paar schaffen wollen, bald mit drei Kindern zu hantieren. Ich denke aber, dass der Unterschied gar nicht so groß ist. Auch mit einem Kind muss man sich gut organisieren, wenn man parallel noch arbeiten will. Bei zwei oder drei Kindern ist das nicht anders. Wir werden das schon hinkriegen. Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen.
Apropos arbeiten: Rom Coms à la «Eine Wingwoman verliebt sich nicht», in der die eine Person der anderen aus Versehen einen Kaffee übers Hemd schüttet und die beiden sich am Ende verlieben, sind keine Innovation. Warum haben Sie mitgespielt?
Ich liebe nach wie vor Komödien und möchte in diesem Genre weiterhin Impulse setzen. Generell finde ich es immer gut, wenn das Publikum das bekommt, was es erwartet. «Eine Wingwoman verliebt sich nicht» ist ein runder, schöner Film, der unterhält – und der auch gar nicht mehr will als das. Der Film soll weder die Welt verbessern noch den Leuten den Spiegel vorhalten.
Lehnen Sie heute genreübergreifend weniger Angebote ab, weil die goldenen Zeiten der Filmbranche Vergangenheit sind?
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Es stimmt, der Filmbranche geht es nicht gerade super. Vieles ist hart umkämpft. Dennoch selektiert man auf der inhaltlichen Ebene – das kommt immer an erster Stelle. Als Filmschaffender investiere ich aber auch Lebenszeit. Neben dem finanziellen Aspekt und der künstlerischen Selbstverwirklichung ist es mir wichtig, eine gute Zeit am Set zu haben. Dass dieser Film zum Beispiel in Berlin gedreht wurde, spielte mir in die Karten. Denn das kommt nicht allzu oft vor.
Über den GesprächspartnerTom Beck ist ein deutscher Sänger und Schauspieler, der von 2008 bis 2013 in der RTL-Actionserie «Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei» als Hauptkommissar Ben Jäger zu sehen war. 2020 nahm er an der zweiten Staffel der Musikshow «The Masked Singer» teil, die er gewann.