Bauarbeiten sind in diesem Jahr in allen Werken der Rolls-Royce Power Systems (RRPS) in Friedrichshafen geplant oder laufen schon. Das Unternehmen muss mehr Motoren herstellen, die in Energieanlagen, Panzern oder Schiffen gefragt sind. Das erfordert neue Produktionsweisen, aber auch schlicht mehr Platz, auf dem mehr Beschäftigte tätig sein können.

Große Umbauarbeiten in den Werken 1 und 2

Vorstandsvorsitzender Jörg Stratmann kündigte deshalb bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag an, dass man Fertigung und Montage in den Häfler Werken neu einrichten werde: „Wir schaffen Fertigungskapazität.“ Die Produktionsreihen in den Werken 1 und 2 sollen dabei so aufgestellt werden, dass die Beschäftigten unterschiedliche Systeme fertigen können – je nachdem, welcher Auftrag gerade erfüllt werden muss. Dafür seien auch Umzüge zwischen den Werken geplant.

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„Zudem entsteht in Kluftern ein neues und hochmodernes Werk 3“, ergänzte Stratmann. Dort werde bereits die Baureihe 2000 montiert. Ab Ende 2027 soll dort auch die Baureihe 4000 montiert werden. Die Bauarbeiten für die Erweiterung zum neuen vollwertigen RRPS-Werk in Kluftern laufen bereits.

Rolls-Royce Power Systems investiert weiter, so entsteht im Werk 2 eine neue Produktionslinie für die Baureihe 4000.Bild vergrößern

Rolls-Royce Power Systems investiert weiter, so entsteht im Werk 2 eine neue Produktionslinie für die Baureihe 4000. (Foto: Felix Kästle/RRPS)

Ziel sei es insgesamt, Effizienz zu steigern, aber auch Qualität und Liefersicherheit zu verbessern. Zugleich sei es nötig, die Mengen zu steigern, um all die Aufträge erfüllen zu können, über die sich RRPS freut.

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RRPS will in Friedrichshafen 500 neue Leute einstellen

6300 der weltweit ungefähr 11.000 Mitarbeiter arbeiten in Friedrichshafen. Und es sollen bis zum Jahresende 500 hinzukommen, wie Personalvorständin Thelse Godewerth ankündigte. Weltweit will RRPS in den kommenden Monaten tausend neue Leute einstellen, die Hälfte davon in Friedrichshafen. Dabei sei ganz klar: „Wir suchen die besten!“

RRPS punktet mit wirtschaftlichem Erfolg und damit sicheren Arbeitsplätzen. Hinzu kommt eine gute Bezahlung. So erhält jeder Vollzeitmitarbeiter für das vergangene Jahr 2850 Euro Erfolgsbeteiligung – das ist ein Rekord, nie gab es mehr.

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RRPS zahlt hohe Prämien und fördert Aktienkäufe

Mitarbeiter profitieren zudem auch auf andere Weise am Erfolg des Unternehmens: Vor zwei Jahren erhielt jeder Beschäftigte 150 Gratis-Aktien, deren Wert am Freitag 2400 Euro betrug. Wie rapide sich der Kurs derzeit verändert, zeigt die Tatsache, dass der Aktienwert innerhalb von 24 Stunden um hundert Euro gestiegen war. Zudem freut sich das Unternehmen, wenn Mitarbeiter Rolls-Royce-Aktien kaufen und fördert das mit 60 Euro im Monat.

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Godewerth hob zudem hervor, dass der Erfolg bei RRPS neue Rollen und Aufgaben ermöglicht, was für Beschäftigte Aufstiegschancen und internationale Karrieren bedeutet. Gut laufe deshalb auch das Programm, bei dem Mitarbeiter neue Kollegen anwerben und dafür eine Prämie erhalten.

Einige der neuen Kollegen kommen vom ZF-Konzern, mit dem man laut der Personalvorständin seit Jahren zusammenarbeite. Wichtig sei es, Fachkräfte in der Region zu halten. Mal laufe die Konjunktur in der Autobranche, mal bei RRPS – einen sicheren Arbeitsplatz hätten gute Leute auf jeden Fall in Friedrichshafen.

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet in einem der drei Standorte von RRPS in Friedrichshafen.Bild vergrößern

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet in einem der drei Standorte von RRPS in Friedrichshafen. (Foto: RRPS)

Dabei spielt auch eine Rolle, dass das Unternehmen zwar öffentlich den Ruf als Panzerschmiede hat, dass aber tatsächlich mehr als die Hälfte des Umsatzes aus dem Bereich der Energieversorgung für große Rechenzentren komme. Zudem werde der Bereich der Batteriespeicher und Notstromaggregate immer wichtiger. Wer ein System von RRPS im Einsatz hatte, sei bei den Stromausfällen, die in den vergangenen Monaten Schlagzeilen machten, unbeschadet davongekommen.

RRPS ist stolz auf die Ausbildung

Stolz ist RRPS auf seine Ausbildung: 70 haben im vergangenen Jahr abgeschlossen, von denen vier für Bestleistungen von der IHK ausgezeichnet wurden. Alle hätten ein Angebot zur Übernahme bekommen. Inzwischen fangen jedes Jahr etwa hundert junge Leute neu bei RRPS an. Mehr als vier Millionen Euro investiere das Unternehmen jedes Jahr in Aus- und Weiterbildung. Unter anderem sei der Maschinenpool in der Ausbildungswerkstatt immer auf dem neuesten Stand.

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Stolz ist Rolls Royce Power System auch auf die BKK MTU, die im vergangenen Jahr als beste Betriebskrankenkasse Deutschland ausgezeichnet worden sei. Das sei Teil der Aufwendungen für die körperliche und mentale Gesundheit der RRPS-Mitarbeiter, die hohe Priorität habe.

Stratmann, Godewerth und Finanzvorstand Andreas Strecker lobten die Einsatzbereitschaft und Innovationskraft der Beschäftigten in Friedrichshafen, aber auch in den anderen Werken in Deutschland, Europa und der Welt. Stolz sind sie darauf, dass MTU den ersten Schiffsmotor anbieten kann, der ausschließlich mit Methanol fährt.

Teile entstehen schon im 3D-Druck

Bauteile für verschiedene Motoren stellt RRPS inzwischen im 3D-Druck her. Auch das sei erfolgreich getestet und einsatzbereit. Auf diese Weise sei das Unternehmen in vielen Bereichen weiter als die Wettbewerber.

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Das gilt offensichtlich auch für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), denn RRPS setzt nicht auf ChatGPT, sondern auf „Karl“ – benannt nach Firmengründer Karl Maybach. Ein eigenes Team hat diese hauseigene KI entwickelt und betreut diese. Das hat den Vorteil, dass die sensiblen Daten im Haus bleiben und Wettbewerbern verschlossen bleiben.