Der FuW-Morgen-Report.
Illustration: Marco Tancredi
OvernightUSA: wenig Bewegung
Die US-Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Im Vorfeld der nachbörslich erwarteten Quartalszahlen von Nvidia hielten sich die Anleger mit klaren Positionierungen zurück.
Auch mehrere US-Konjunkturdaten sorgten unter dem Strich für nur begrenzte Impulse. Der von der US-Notenbank bevorzugte PCE-Preisindex verharrte im Juli im Jahresvergleich bei 3,7%. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 3,6% gerechnet. Die weiteren Konjunkturdaten, darunter Zahlen zu den Industrieaufträgen und zum Wirtschaftswachstum im vergangenen Quartal, zeichneten insgesamt ein gemischtes Bild.
Der Dow Jones Industrial verlor 0,2% auf 53’463,88 Punkte. Der marktbreite S&P 500 bewegte sich praktisch nicht und schloss mit 7675,7 Zählern. Der technologielastige Nasdaq 100 trat ebenfalls auf der Stelle und ging mit 29’224,52 Punkten aus dem Handel. Nach einem durchwachsenen Wochenauftakt hatten die wichtigsten Indizes am Dienstag noch zugelegt.
Zunehmend in den Fokus rückte das am Donnerstag beginnende internationale Notenbanktreffen in Jackson Hole. Von der für Freitag angesetzten Rede von Fed-Chef Kevin Warsh erhoffen sich die Anleger weitere Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank.
Die Aktien von Nvidia verloren vor der Zahlenvorlage 1,6% und gaben damit einen Teil der Erholung vom Vortag ab. Nach Zahlenbekanntgabe und Börsenschluss legten die Titel indes nachbörslich 4,7% zu.
Im Chipsektor fehlte insgesamt ebenfalls eine klare Richtung: NXP (–0,7%) und Lam Research (–0,6%) standen unter Druck, während Western Digital (+4%), ARM Holdings (+3,9%) und Seagate Technology (+3%) zu den stärksten Werten im Nasdaq 100 gehörten.
Die Titel des Steuersoftwareanbieters Intuit büssten nach einem enttäuschenden Ausblick 3,2% ein.
Zoom Communications verloren 7%, nachdem sowohl die Zahlen zum zweiten Quartal als auch die Prognose für das laufende Quartal des Softwareunternehmens nicht hatten überzeugen können.
Deutlich besser lief es für Abercrombie & Fitch: Die Valoren sprangen um mehr als ein Drittel nach oben (+35,7%), nachdem der Modekonzern mit seinem Quartalsumsatz die Erwartungen übertroffen und die Ergebnisprognose angehoben hatte.
Asien/Pazifik
In Asien zeigen sich die Börsen am Donnerstag uneinheitlich. In Tokio gibt der Nikkei 225 um 0,1% nach, während der breiter diversifizierte Topix 0,1% gewinnt. Der Hongkonger Hang Seng verliert 0,5%. Der CSI 300 auf dem chinesischen Festland legt 0,4% zu. Der koreanische Kospi steigt 1%, und in Taiwan gewinnt der TWSE 0,5%.
Futures
Sowohl der Terminkontrakt auf den S&P 500 als auch sein Pendant auf den europäischen Euro Stoxx 50 notieren 0,4% fester.
News Vorbörse Schweiz
Accelleron: Der Hersteller von Turboladern hat im ersten Halbjahr den Umsatz um 21,3% (organisch +17,2%) auf 737 Mio $ erhöht. Gründe waren eine starke Dynamik im Schifffahrtsgeschäft sowie der Ausbau von Rechenzentren in den USA. Der Reingewinn legte um 31,5% auf 150,8 Mio. $ zu. Die Ebita-Marge betrug 25,7% (VJ: 25,5%). Accelleron hat die Prognose für das organische Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2026 auf 14 bis 17% angehoben, nach zuvor 9 bis 14%. (Lesen Sie hier mehr dazu.)
Roche: Der Pharmakonzern hat in den USA die Zulassung für den erweiterten Einsatz von zwei Krebstests erhalten. Die US-Gesundheitsbehörde FDA erlaubt die Tests Pathway HER2 und Ventana HER2 Dual ISH künftig auch zur Untersuchung bestimmter fortgeschrittener Krebsarten des oberen Verdauungstrakts.
Alpiq: Das Energieunternehmen hat im ersten Halbjahr das Reinergebnis auf 123 Mio. Fr., nach 106 Mio. Fr., erhöht. Der Verwaltungsratspräsident Johannes Teyssen wird im Herbst zurücktreten. Als Nachfolger soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung Alberto de Paoli gewählt werden.
Feintool: Der Automobilzulieferer hat im ersten Halbjahr mehr umgesetzt und ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Umsatz stieg um 5,6% auf 353,3 Mio. Fr. Die Ebit-Marge lag bei 2,5%. Das Unternehmen erzielte einen Reingewinn von 3,2 Mio. Fr., nach einem Verlust von 5 Mio. Fr. im Vorjahr. (Lesen Sie hier mehr dazu.)
DKSH: Der Dienstleistungskonzern übernimmt den thailändischen Wirkstoffhändler P.R. Chemicals. Das Unternehmen beschäftigt 27 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von 11 Mio. Fr.
Investis: Das Immobilienunternehmen hat im ersten Halbjahr den Mietertrag um 6,8% auf 41,5 Mio. Fr. gesteigert. Das Reinergebnis sank auf 67,6 Mio. Fr., von 80,2 Mio. Fr. im Vorjahreszeitraum. (Lesen Sie hier mehr dazu.)
Vorbörsenkurse von Julius Bär Wichtige Ereignisse vom 27. August 2026Schweiz
06:00 SF Urban: Ergebnis H1 (Conf. Call 10.00 Uhr)
06:30 Accelleron: Ergebnis H1 (Webcast 09.30 Uhr)
06:30 Feintool: Ergebnis H1 (Conf. Call 11.00 Uhr)
07:00 Alpiq: Ergebnis H1 (MK 9.15 Uhr)
07:00 Bajaj Mobility: Ergebnis H1
07:00 Infracore: Ergebnis H1 (Conf. Call 14.00 Uhr)
07:00 Investis: Ergebnis H1 (Webcast 09.00 Uhr)
07:00 Mindmaze: Ergebnis H1
07:30 Salt: Ergebnis Q2
08:00 Syngenta: Ergebnis H1
08:30 BFS: Beschäftigungsbarometer im Q2
Sonstige Termine:
MK UBS: Wohnattraktivitätsindikator 2026 (09.00 Uhr)
Givaudan: Summer Investor Conference (10.00 Uhr, Zürich/hybrid)
Klingelnberg: GV (12.00 Uhr)
International
07:00 DEU Asta Energy Solutions Halbjahreszahlen
07:30 DEU Fielmann Q2-Zahlen (detailliert)
07:30 DEU Delivery Hero Halbjahreszahlen (14.00 Pk und Analystencall)
07:30 FRA Pernod Ricard Jahreszahlen
USA Autodesk Q2-Zahlen
USA Best Buy Q2-Zahlen
Konjunktur
03:00 KOR Zentralbank Zinsentscheid
03:30 CHN Industriegewinne 7/26
08:00 JPN Maschinenwerkzeugaufträge 7/26 (endgültig)
08:00 DEU Nominallohn-/Reallohnindex 2. Quartal 2026
08:00 DEU NIM-Konsumklima 9/26
08:45 FRA Erzeugerpreise 7/26
10:00 EUR EZB Geldmenge M3 7/26
13:30 EUR EZB Sitzungsprotokoll 22./23. Juli 2027
14:30 USA Lagerbestände Grosshandel 7/26 (vorläufig)
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
USA Jackson Hole Economic Policy Symposium (bis 29.8.26)
Ausblick – Zinsen und Devisen
Die Märkte für langlaufende Staatsanleihen beruhigen sich leicht. Am Mittwochnachmittag rentierten 30-jährige US-Papiere bei 5,17%. Vergangene Woche waren sie zwischenzeitlich ohne unmittelbaren Anlass bis auf 5,33% gestiegen, dem höchsten Niveau seit Juni 2007. Interessanterweise sank die Verzinsung seither stärker als der entsprechende Swap-Satz. In Deutschland (3,72%) und der Schweiz (0,53%) sanken die 30-jährigen Renditen im Gleichschritt.
An den Anleihenmärkten gelten Swap-Sätze als Mass für die risikofreien Zinsen. Dies deutet zwar auf leicht nachlassende Fiskalsorgen hin, doch gänzlich verschwinden werden diese so bald nicht. Denn aktuell zeichnet sich zur nahenden Halbzeit des US-Präsidenten nicht ab, dass die künftige US-Regierung das jährliche Defizit im Budget nennenswert verringern wird. Die Inflationsprämien spielen derzeit nur eine geringe Rolle.
Die Anleger blicken nun gespannt auf die Rede des Chefs der US-Notenbank Kevin Warsh am Zentralbanktreffen in Jackson Hole (Wyoming). Sie versprechen sich mehr Auskunft darüber, wie der Fed-Vorsitzende mit den Märkten kommunizieren will. Nachdem er sich zuletzt bei den Zinssitzungen geweigert hatte, die Entscheidungen zu erklären, müssen sich Anleger anders behelfen.
Die Protokolle der Sitzungen geben noch immer gute Hinweise darauf, welche Absichten die Währungshüter verfolgen. So offenbart das jüngste Protokoll beispielsweise, dass die Währungshüter schlichtweg weitere Konjunkturdaten abwarten wollten. Dort hiess es: «Viele Teilnehmer schätzten ein, dass eine politische Straffung wahrscheinlich notwendig sein würde, wenn die Inflation nicht zurückgeht.» Die Protokolle gewähren den Anlegern damit exakt jenen Ausblick («Forward Guidance»), den Warsh eigentlich vermeiden will.
Unterdessen zeichnen die jüngsten Ifo-Umfragen ein erfreuliches Bild für die deutsche Konjunktur. Der Vertrauensschock unter den Managern nach Beginn des Nahostkrieges ist überwunden. Ihre Lageeinschätzung hat sich auf Jahressicht knapp verbessert, was die berechtigte Hoffnung weckt, dass die Wirtschaft wieder auf einen beginnenden Aufschwungpfad zurückkehrt.
Nachdem die deutschen Statistiker das Wachstum im vierten Quartal von 0,2 auf 0,3% korrigiert haben, steuert Deutschland auf eine Wachstumsrate von mindestens 1% im Gesamtjahr zu. Kalenderbereinigt braucht es dafür nur noch zwei Quartale mit jeweils 0,11% – Stand heute. Rechnet man den in Deutschland üblichen Arbeitstagseffekt ein, dürfte das Wachstum am Ende bei 1,2 bis 1,3% liegen. Bemerkenswert ist, dass die Profitabilität der Kapitalgesellschaften am Produktionsstandort erstmals seit 2023 wieder wächst. Die Industrie wächst nun das dritte Quartal in Folge.
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