Nach verheerenden Sturzfluten und Schlammlawinen in der Grenzregion zwischen Nepal und Tibet droht ein neues Desaster: Ein rasch wachsender Stausee könnte in den nächsten drei Tagen brechen und neue Überschwemmungen auslösen.

Publiziert: 13:59 Uhr

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Aktualisiert: vor 44 Minuten

Darum gehts

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Sturzfluten trafen Nepal-Tibet-Grenze am Mittwoch, über 350 Tote, 1500 VermissteNeuer Stausee droht zu überlaufen, 3 Mio. m³ Wasser erwartetÜber 1000 olympische Schwimmbecken Volumen, Schweizerin unter VermisstenMattia_Jutzeler_Redaktor News_Blick_1.jpg

Mattia JutzelerRedaktor News

Die Grenzregion zwischen Nepal und Tibet wurde am Mittwoch schwer von Sturzfluten und Schlammlawinen getroffen. Die Behörden sind mittlerweile dabei, gestrandete Opfer der Katastrophe zu retten, Leichen zu bergen und die Schäden zu evaluieren.

Das nächste Desaster für die Region könnte sich aber bereits zusammenbrauen. Auf der nepalesischen Seite der Grenze zu China hat sich nach den Sturzfluten ein neuer Stausee gebildet. Die Mündung eines Flusses wurde infolge der Katastrophe durch Trümmer blockiert. 

Aufnahmen des chinesischen Staatsfernsehens zeigen, dass der neue Stausee rasch anschwillt. Den Behörden in Peking zufolge werden in den nächsten Tagen voraussichtlich 3 Millionen Kubikmeter Wasser hineinfliessen. Das entspricht im Vergleich weit über 1000 olympischen Schwimmbecken.

Bauarbeiter retten sich in letzter Sekunde vor Flutwelle

Video zeigt dramatische Szene:Bauarbeiter retten sich in letzter Sekunde vor Flutwelle

Stausee könnte bald überlaufen

China warnt davor, dass der Stausee bereits jetzt überläuft und in den kommenden drei Tagen durch den Zufluss weiterer Wassermassen brechen könnte. Das berichtet die «Kathmandu Post».

Sollte der See brechen, würde das die ohnehin schon katastrophale Situation in der Region wohl noch verschärfen. Über 350 Menschen sind in China und Nepal bereits wegen der Naturkatastrophe am Mittwoch gestorben. Fast 1500 weitere werden noch immer vermisst, darunter eine Schweizer Staatsbürgerin.

Die chinesischen Behörden würden den Stausee in der Grenzregion genau beobachten. Peking führe aktuell Hochwassermassnahmen durch, um die möglichen Folgen eines Dammbruchs abzuschätzen und potenzielle Notfallrettungsmassnahmen zu unterstützen.