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Hamburg – Özgür Karadeniz (48) ist keiner, der um den heißen Brei herumredet. „Ich komme aus Kiel, das prägt natürlich“, sagt der Schauspieler und man sieht ihn sofort in Polizei-Uniform vor sich: als Wachhabender Tarkan Yildiz ist Karadeniz der Neue beim „Großstadtrevier“ (montags, 18.50 Uhr, Das Erste).

Was ihn besonders zum Nordlicht macht? „Dieses Nicht-hinterm-Busch-Reden, sondern geradeheraus und ehrlich sein, das ist für mich eine sehr norddeutsche Komponente“, sagt Karadeniz zu BILD. „Und Verbindlichkeit. Ich habe einen Freundeskreis, den ich seit der fünften Klasse kenne. Wir stehen bis heute wöchentlich in Kontakt, sind eng verbunden.“

Rollen in Uniformen liegen ihm: Seit 2012 ist Karadeniz (l.) als Polizeiwachen-Chef Ömer Kaplan festes Cast-Mitglied der ZDF-Filmreihe „Nachtschicht“. Hier posiert er mit seinen Schauspiel-Kollegen Idil Üner (54, v.l.), Armin Rohde (70) und Sabrina Ceesay (37)

Rollen in Uniformen liegen ihm: Seit 2012 ist Karadeniz (l.) als Polizeiwachen-Chef Ömer Kaplan festes Cast-Mitglied der ZDF-Filmreihe „Nachtschicht“. Hier posiert er mit seinen Schauspiel-Kollegen Idil Üner (54, v.l.), Armin Rohde (70) und Sabrina Ceesay (37)

Foto: ZDF und Marion von der Mehden

Plan B? „Rockstar werden“

Karadeniz beschreibt sich als bodenständig, das passt auch zum „Großstadtrevier“. Seit über 40 Jahren läuft die Polizeiserie im Ersten, eine Ausnahmeerscheinung im schnelllebigen Fernsehgeschäft. „Ich glaube, der große Unterschied ist die Nähe zu den Menschen“, sagt Karadeniz.

Ehrlichkeit, ein gewisses Geradeheraus, keine überhöhten Heldenfiguren. Natürlich sei der Krimi in Deutschland traditionell beliebt. „Aber das Alleinstellungsmerkmal ist, dass die Geschichten nah an den Menschen bleiben. Es wird volksnah erzählt.“ Keine übertriebene Dramatik, sondern Fälle, die im echten Leben verankert sind.

Erste „Amtshandlung“ im „Großstadtrevier“: Tischkicker für die Wache aufbauen

Erste „Amtshandlung“ im „Großstadtrevier“: Tischkicker für die Wache aufbauen

Foto: ARD/Thorsten Jander

Für Karadeniz selbst war der Weg ins Fernsehen früh vorgezeichnet. Plan B? „Rockstar oder Sportjournalist.“ Aber: „Als mir jemand sagte, dass man ganz unten anfangen und erst mal über Kreisliga-Spiele berichten müsse und nicht direkt über die Champions-League, war ich raus. Letztlich war die Schauspielerei alternativlos.“

Mehr zum ThemaDer TV-Polizist ist gesetzestreu – eigentlich…

Theater, Fernsehen, Kino. Karadeniz hat alles ausprobiert und räumt mit einer romantischen Vorstellung auf, die viele über die Bühne hegen. „Am Theater lernt man zunächst: Das ist die ,Urkunst‘. Später merkt man, dass das Unsinn ist.“ Warum?: „Im Fernsehen gibts genau so viele Flaschen, wie am Theater.“

Ein Traum sei sein Job dennoch – auch als TV-Polizist. Schon mal Ärger mit den echten Gesetzeshütern gehabt? „Meine Achillesferse sind Parktickets und gelegentliches Geblitztwerden“, gibt er zu. Ansonsten sei er ein gesetzestreuer Bürger – ganz norddeutsch verbindlich.