Der Fokus liege bei der neuen Sprechstunde ausdrücklich nicht auf der Erstellung einer Erstdiagnostik. Diese solle weiterhin bei den niedergelassenen Haus- und Fachärzten stattfinden, so Prof. Dr. Yilmaz. „In unserer neuen Sprechstunde stellen wir gemeinsam mit den Patienten die Weichen für das weitere Vorgehen, wenn sich die Behandlung der diagnostizierten Herzschwäche als kompliziert erweist und die Herzinsuffizienzsymptomatik trotz eingeleiteter Therapie fortbesteht.“
Dies erfolge in schweren Fällen auch in Kooperation mit den renommierten Herzzentren des Helios Universitätsklinikums Wuppertal und des Helios Klinikums Siegburg. Diese halten über die Regelversorgung hinaus weiterreichende therapeutische Möglichkeiten vor, wie zum Beispiel minimalinvasive Bypass-Versorgung, minimalinvasive Klappenrekonstruktion, Versorgung mit Rhythmusaggregaten zum Beispiel zur kardialen Resynchronisation, erklärt Prof. Dr. Yilmaz.
Die interventionelle Kardiologie an der Helios Klinik Attendorn ist dabei schon gut aufgestellt und in der Lage, viele Krankheitsbilder zu behandeln. Sie führt unter anderem bereits Herzkatheteruntersuchungen, Stentimplantationen, Herzschrittmacherimplantationen und weitere moderne kardiologische Verfahren durch.
Die Bedeutung des Krankenhauses für die wohnortnahe Versorgung insbesondere bei Herzinfarkten im Kreis Olpe und den angrenzenden Kreisen ist groß: Jährlich finden hier rund tausend Herzkatheteruntersuchungen und -interventionen statt. Stellt sich im Einzelfall heraus, dass ein hochspezialisierter Eingriff erforderlich ist, erfolgt eine schnelle Verlegung in die kooperierenden Herzzentren.
Damit das hohe Behandlungsniveau gehalten werden kann, wurde das Ärzteteam der Attendorner Kardiologie gezielt erweitert. „Mit Salar Ahmad und Radhwan Marda sind im November 2025 und im Februar 2026 zwei neue Oberärzte zu uns gestoßen, die unser Team gezielt verstärken“, sagt Klinikgeschäftsführerin Dr. Oksana Prajzel. Besonders freue sie, dass die beiden auch die anspruchsvolle Implantation von LAA-Occludern beherrschten.
Bei LAA-Occludern handelt es sich um kleine Implantate, die bei Menschen mit Vorhofflimmern eingesetzt werden, um das Risiko für einen Schlaganfall zu senken. Sie helfen vor allem betroffenen Patienten, die zum Schutz vor einem Schlaganfall eigentlich dauerhaft Blutverdünner benötigen, diese aber wegen eines hohen Blutungsrisikos nicht oder nicht dauerhaft einnehmen können.
„Darüber hinaus konnten wir gleich zwei junge und hoch motivierte Assistenzärzte aus der Region hinzugewinnen“, so Dr. Prajzel. Beide waren zuvor an Kliniken im Umkreis beschäftigt und haben sich dazu entschieden, ihre Facharztausbildung in der Kardiologie der Helios Klinik Attendorn fortzusetzen.
„Mit der neuen Herzinsuffizienz-Sprechstunde und der personellen Verstärkung des Kardiologie-Teams wollen und werden wir das Profil der Helios Klinik als regionalen Anker für herzkranke Patientinnen und Patienten weiter schärfen“, ist sich die Klinikgeschäftsführerin sicher.