Kürzlich erhielt Linth24 vom Schmerkner FDP-Vize Jost Wenk eine Mail zugestellt. Im Betreff stand: «Medienmitteilung FDP Ortspartei Schmerikon zur Initiative Zentrumsgestaltung».
Linth24 publizierte die Information, die im Briefinnern hochoffiziell mit «FDP-Ortspartei Schmerikon, Jost Wenk» gezeichnet war.
Der Haken: Was im Brief stand, entsprach nicht der Meinung der Partei, sondern jener von Parteivize Wenk, der für die Zentrumsgestaltung ist.
Nicht zu akzeptieren
Wenks Mitteilung löste Staunen und eine harsche Reaktion von FDP-Präsident Michael Knöpfel aus. In einer Mail, die nun im Seedorf die Runde macht, pfiff Knöpfel seinen Vize zurück. Wenk habe sich nicht an den Partei-Entscheid gehalten und «Eigeninteressen verfolgt». Das sei «in keiner Weise zu akzeptieren».
Patt und Überhang
In der FDP sei klar abgemacht, dass ihre Vertreter zum Dorfplatz nur ihre persönliche Meinung und nur unter ihrem eigenen Namen auftreten dürften. Denn in der Partei herrsche beim Thema eine Patt-Situation, und bei den Sympathisanten gebe es sogar einen «Überhang zu einem Ja für die Initiative». Deshalb habe die Partei entschieden, zur Initiative «weder in die eine noch in die andere Richtung Musik zu machen».
Der Präsident neigt zum Ja
Gleichzeitig steht FDP-Präsident Michael Knöpfel in seiner Mail eher für die Initiative ein. Gegenüber der Zustimmung zum Dorfplatz «vor 6 Jahren», so Knöpfel, habe sich in Schmerikon «etwas geändert»: Die Verschuldung pro Kopf sei «deutlich angestiegen». Der Finanzierungsgrad der Gemeinde betrage «gerade noch 4 Prozent». Kein Bauherr würde bei dieser Finanzlage «etwas Grosses starten», und damit sei das «auch für eine Gemeinde schwierig».
Ausserdem könnten die Projektkosten «teilweise sehr wohl» in ein von «Zukunft Schmerikon» vorgeschlagenes neues Projekt einfliessen – ohne Tiefgarage. Das wäre «locker in zwei Jahren zu vollziehen».
Gerechtigkeit hergestellt
Weil Linth24 die Mitteilung des FDP-Vize Wenk gegen die Initiative veröffentlichte, ist mit der Publikation von Knöpfels Mail nun wieder ein Stück weit Gerechtigkeit hergestellt. Denn auch der FDP-Präsident scheint der Initiative eher positiv gegenüberzustehen – auch wenn er weder in die eine noch in die andere Richtung Musik machen will.