Zwei Weltrekorde in Zürich | 27. August 2026

Audrey Werro nähert sich dem Uralt-Weltrekord über 800 m immer mehr an. Bei Weltklasse Zürich triumphiert die Freiburgerin in 1:53,70, womit sie ihren Landesrekord um einen Zehntel verbessert. Zwei Weltrekorde gab es dennoch.

Strahlende Siegerin über 200 m: Die EM-Vierte Fabienne Hoenke erreichte in 22,53 ihre drittbeste Zeit der Karriere

Strahlende Siegerin über 200 m: Die EM-Vierte Fabienne Hoenke erreichte in 22,53 ihre drittbeste Zeit der KarriereFoto: Keystone

Audrey Werro, die in der Freiluftsaison 2026 nach wie vor unbezwungen ist, fehlen nach dem neuerlichen Rekordlauf nur noch 0,42 Sekunden auf die Fabelzeit der Tschechoslowakin Jarmila Kratochvilova aus dem Jahr 1983. Die 22-Jährige blieb damit zum dritten Mal in ihrer Karriere unter der 1:54er-Marke.

In Abwesenheit von Olympiasiegerin Keely Hodgkinson war Femke Broeders-Bol wie in der Vorwoche an der Athletissima in Lausanne Werros härteste Gegnerin im Kampf um den Sieg. Doch die Europameisterin wies die Niederländerin, die bis rund 600 m vor Werro lag, abermals in die Schranken. In 1:54,71 stellte Broeders-Bol ebenfalls eine nationale Bestmarke auf. Dritte wurde die britische 1500-m-Europameisterin Georgia Hunter Bell.

Heimsiege für Hoenke und Joseph

Fabienne Hoenke rief über 200 m ihre nächste Topleistung ab. Die EM-Vierte triumphierte im Letzigrund trotz leichtem Gegenwind in 22,53 Sekunden, nur zweimal in ihrer Karriere war sie schneller. Die weiteren Schweizer Starterinnen in diesem Rennen konnten nicht ganz mit der Fricktalerin Hoenke mithalten: Cynthia Reinle wurde Sechste, lief aber in 23,36 persönliche Bestzeit und blieb vor Léonie Pointet (7.) und Mujinga Kambundji (8.).

Ebenfalls siegreich zeigte sich Jason Joseph über 110 m Hürden, ein Rennen das heuer nicht zum offiziellen Diamond-League-Programm gehört. Die 13,11 Sekunden bedeuteten zugleich Saisonbestleistung für den Europameister. Bei seinem Gold-Coup in Birmingham war Joseph um einen Hundertstel langsamer gewesen. Für einen weiteren Schweizer Erfolg am Donnerstag sorgte Rollstuhlfahrer Marcel Hug über 1500 m.

Ehammer über 8 Meter, aber nur Sechster

In Lausanne hatte Simon Ehammer die Weite von 8,13 Meter gereicht, um hinter dem Griechen Miltiadis Tentoglou Zweiter zu werden. In Zürich sprang der Ostschweizer nach zwei ungültigen Versuchen zunächst auf 8,07, später steigerte sich noch auf 8,14. Am Ende resultierte für den EM-Zweiten nur der 6. Rang. Einmal mehr der Beste war Tentoglou: Der Olympiasieger und Europameister triumphierte mit 8,45, wobei gleich vier Weitspringer über 8,30 Meter sprangen.

Für Sprinterin Géraldine Di Tizio-Frey reichte es im hochkarätigen Starterinnen-Feld über 100 m in 11,21 Sekunden nur zum 9. und letzten Platz. Auch Dominic Lobalu hatte im Kampf um den Sieg über 3000 m nichts zu bestellen und wurde in 7:49,51 Minuten – 22 Sekunden über seinem Landesrekord – nur 14.

Ditaji Kambundji noch immer nicht auf Touren

Über 100 m Hürden entschied zwar Weltmeisterin Ditaji Kambundji das Duell zweier Schweizerinnen gegen Mehrkämpferin Annik Kälin um fünf Hundertstel zu ihren Gunsten. Doch in 12,82 Sekunden blieb die Bernerin zwei Zehntel über ihrer Saisonbestzeit.

Zwei Weltrekorde

Der Brasilianer Alison dos Santos hat bei Weltklasse Zürich über 400 Meter Hürden für ein sporthistorisches Ereignis gesorgt. In einem sensationellen Rennen stürmte er in 45,80 Sekunden zum Sieg und stellte damit einen Weltrekord auf. Er pulverisierte damit die alte Bestmarke von Karsten Warholm (45,94 Sekunden), die der Norweger am 3. August 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio aufgestellt hatte.

Auch die US-Amerikanerin Masai Russell hat über 100 Meter Hürden einen Weltrekord aufgestellt. Die Olympiasiegerin von 2024 stürmte in herausragenden 12,09 Sekunden zum Sieg. Russell, die im Vorjahr bereits den Nordamerikarekord an sich gerissen hatte, deklassierte die Konkurrenz deutlich. Die zweitplatzierte Nigerianerin Tobi Amusan überquerte die Ziellinie in 12,23 Sekunden und verzeichnete damit eine Saisonbestleistung. Das Podest komplettierte die Niederländerin Nadine Visser, die in 12,34 Sekunden ebenfalls eine Saisonbestleistung lief.