Nach den Sommerferien verkünden die lokalen Energieunternehmen ihre Strompreise fürs kommende Jahr. Während in Thun und Bern die Preise sinken, stiegen sie in Biel.

Energie Wasser Bern senkt die Stromtarife per kommendes Jahr leicht.Fotos: Keystone
Donnerstag, 27. August
14.28 Uhr: In der Stadt Bern wird der Strom 2027 günstiger
Der städtische Energieversorger EWB hat seine Stromtarife per kommendes Jahr leicht reduziert. Ein beispielhafter Fünfzimmerhaushalt zahlt dadurch 6,4 Prozent weniger als bisher.
Der Preis pro Kilowattstunde sinkt von 33,26 auf 31,11 Rappen, wie der Berner Gemeinderat und Energie Wasser Bern (EWB) am Donnerstag mitteilten. Für einen Beispielhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden entspricht das einer Ersparnis von rund 96 Franken.
Ausschlaggebend für diese Senkung seien in erster Linie tiefere Beschaffungskosten für die Stromlieferung und der Abbau von Deckungsdifferenzen aus den Vorjahren, hiess es in der Mitteilung. Ein Urteil des Bundesgerichts vom letzten Dezember habe ebenfalls zur Reduktion beigetragen. Der mehrmonatige Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen dämpfte diese hingegen.
Während die Kosten für die Stromlieferung sinken, steigt der Tarif für die Netznutzung um ein Prozent. Als Gründe nannte EWB unter anderem Investitionen in die Netzsicherheit, höhere Betriebskosten und Kosten für Cybersicherheit.
Stadt erhöht Abgaben
Zudem erhöht der Gemeinderat die Abgaben an das Gemeinwesen um 0,15 Rappen pro Kilowattstunde. Dies aber unter dem Vorbehalt, dass der Stadtrat der Anpassung des Gewinnverwendungs- und Abgabemodells zustimmt. Es sieht neu Maximalsätze statt fixe Abgaben vor. Mit diesem Modell reagierte die Stadtregierung auf die Klimagerechtigkeitsinitiative.
Die Vergütung für eingespeisten Solarstrom bleibt laut dem Energieversorger auf einem «schweizweit attraktiven Niveau». Für Anlagen bis 100 Kilowatt Leistung vergütet Energie Wasser Bern mindestens 10,96 Rappen pro Kilowattstunde.
Donnerstag, 27. August
09.37 Uhr: Energie Thun erweitert Niedertarif-Fenster
Die Energie Thun AG hat ihre Stromtarife für das kommende Jahr angepasst. Ab dem 1. Januar 2027 gilt neu auch am Nachmittag ein Niedertarif. Zudem wird ein freiwilliger dynamischer Tarif für die Netznutzung eingeführt.

Die Energie Thun AG hat frohe Kunde für die Strombezügerinnen und Strombezüger.Foto: Bruno Stüdle
Kundinnen und Kunden können künftig nicht nur nachts, sondern auch zwischen 12.30 Uhr und 17 Uhr günstigeren Strom beziehen, wie die Energie Thun AG am Donnerstag mitteilte. Das bisherige Niedertariffenster von 22 Uhr bis 6 Uhr bleibt bestehen.
Als neue Möglichkeit führt der Energieversorger einen freiwilligen, dynamischen Preis für die Netznutzung ein. Dieser Tarif richtet sich an Personen mit steuerbaren Grossverbrauchern wie Elektroautos oder Wärmepumpen. Ziel ist es, den Stromverbrauch in Zeiten zu verlagern, in denen das Netz weniger belastet ist und viel lokaler Solarstrom zur Verfügung steht.
Für einen Referenzhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden sinken die jährlichen Stromkosten laut dem Unternehmen um 23,31 Franken. Während die Preise für die Netznutzung im Standardtarif unverändert blieben, stiegen die reinen Energiepreise.
Auch beim Produkt «Ladestrom» für Elektroautos wird neu zwischen einem Hoch- und einem Niedertarif unterschieden. Der bisherige Einheitstarif entfällt.
Mit den neuen Angeboten schaffe man Anreize, Strom bewusster und netzfreundlicher zu nutzen, liess sich CEO Michael Gruber in der Mitteilung zitieren. Die Kundschaft wird mit der Rechnung für das dritte Quartal 2026 schriftlich über die neuen Tarife informiert.
Donnerstag, 27. August
05.32 Uhr: In Biel wird der Strom soll ab 2027 deutlich teurer werden
Der Energie Service Biel (ESB) hat am Mittwoch eine Erhöhung der Stromtarife um 4,8 Prozent ab dem 1. Januar 2027 angekündigt. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet dies jährliche Mehrkosten von rund 64 Franken.
Die Preiserhöhung setzt sich aus gestiegenen Kosten für Energie und Netznutzung zusammen, wie der ESB in einer Mitteilung schreibt. Geringere Abgaben an den Bund konnten diesen Anstieg nur teilweise kompensieren.

Der Energie Service Biel erhöht ab kommendem Jahr die Strompreise.
Höhere Kosten für Energie und Netznutzung
Als Gründe für die teurere Energie nannte der ESB die weiterhin hohen Börsenpreise und eine gestiegene Volatilität am Spot-Markt. Weniger Niederschläge im Jahr 2025 reduzierten zudem die Produktion der eigenen Wasserkraftwerke, weshalb teurer Strom zugekauft werden musste.

Hauptsitz des Energie Service Biel (ESB): Der Bieler Energieversorger erhöht seine Stromtarife ab Januar 2027 um 4,8 Prozent.Foto: swisspower.ch
Auch die Netznutzung wird teurer. Weil durch mehr Photovoltaikanlagen und eine höhere Energieeffizienz weniger Strom über das Netz fliesst, verteilen sich die Fixkosten auf eine kleinere Menge. Dies führt zu einem Preisanstieg pro Kilowattstunde.
1,42 Rappen mehr pro Kilowattstunde
Insgesamt erhöht der ESB seine Stromtarife für einen durchschnittlichen Haushalt um 1,42 Rappen pro Kilowattstunde, was einer Steigerung von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Neue Vergütung für Solarstrom
Für Betreiber von Photovoltaikanlagen gibt es ab 2027 eine Neuerung. Der eingespeiste Solarstrom wird neu nach dem stündlichen Börsenpreis zum Zeitpunkt der Lieferung vergütet.