Es gibt Science-Fiction- und Fantasy-Fans, die schon seit Jahrzehnten darauf warten, ihre Lieblingsbücher in Film- oder Serienform erleben zu können. Das geht nicht immer sofort auf. Am kosmischen Sci-Fi-Horror von H.P. Lovecraft haben sich beispielsweise schon mehrere große Namen die Zähne ausgebissen. Und Fans von William Gibson mussten 40 Jahre warten, bis dieses Jahr die Neuromancer-Umsetzung ansteht.

Ähnlich ungeduldig dürfte mittlerweile die Fangemeinde von Die Drachenreiter von Pern sein. Die riesige Sci-Fantasy-Saga von Autorin Anne McCaffrey wartet bis heute auf eine Verfilmung, nachdem frühere Versuche im Sande verlaufen waren.

Sci-Fi- und Fantasy in einem: Die Drachenreiter von Pern warten bis heute auf ihre Film- oder Serien-Adaption

Darum geht es: Kolonist:innen von der Erde haben den fernen Planeten Pern besiedelt, der in regelmäßigen Abständen von Fäden genannten Sporen aus dem All terrorisiert wird. So verloren die Menschen hier ihren technischen Fortschritt und leben nun wieder wie im Mittelalter. Einheimischen Echsen züchtete man zu intelligenten Drachen heran, die eine telepathische Verbindung zu ihren Drachenreiter:innen haben. Im ersten Pern-Band, Die Welt der Drachen von 1968, wird Lessa, die Erbin eines einstigen Adelsgeschlechts, zur Reiterin der Drachenkönigin Ramoth.

Der ganze Pern-Zyklus besteht mittlerweile aus 24 Büchern. Die ursprüngliche Trilogie stammt von Anne McCaffrey allein, danach schrieb ihr Sohn Todd mehrere Bände mithilfe seiner Mutter, die 2011 verstarbt. Der bisher letzte Band von 2019 heißt The Dragon’s Code und wurde von Tochter Gigi McCaffrey verfasst.

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Seit der Veröffentlichung der ersten Pern-Bücher wechselten die Film- und TV-Rechte mehrfach die Hände. Im Jahr 2001 wurde Sci-Fi-Spezialist Ronald D. Moore (Star Trek) an Bord geholt, um in Zusammenarbeit mit Warner ein Serienkonzept auszuarbeiten (via TrekToday ). Die Sets standen bereits, der Cast stand auch, und den Dreharbeiten für die Pilotfolge stand eigentlich nichts mehr im Weg. Doch dann hatten die Verantwortlichen vom Sender The WB plötzlich andere Ideen und beauftragte einen zweiten Drehbuchautor mit Überarbeitungen.

Moore gegenüber Sci-Fi Wire  damals: «Ich hatte versucht, den Geist der Bücher zu bewahren und eine anspruchsvolle, interessante Serie daraus zu machen. Und wie aus dem von ihnen in Auftrag gegebenen Drehbuchentwurf deutlich hervorging, wollten sie eine andere Serie. Sie sollte eher an Buffy und Xena erinnern.» Immerhin war Moore danach frei, sich um seine brillante Sci-Fi-Neuauflage Battlestar Galactica zu kümmern.

Die Versuche, Die Drachenreiter von Pern zu verfilmen, hörten aber nicht auf. 2006 durch Copperheart Entertainment, ehe Warner Bros. 2014 erneut die Rechte an den bis dahin 22 Büchern der Reihe einholte, um etwas aus ihnen zu machen. Zustandekommen ist bis heute nichts, aber vielleicht bekommen ambitionierte Fantasy-Produktionen ja einen weiteren Push, sobald die neuen Narnia-Filme von Netflix auf der Bildfläche erscheinen.