In einer Fragerunde auf Instagram machte Shirin David ihrem Ärger Luft. Die Dokumentation «Barbara – Becoming Shirin David» sei für sie nicht authentisch. Nach Ansicht der 31-jährigen Musikerin hätten die Verantwortlichen ihre Geschichte konstruiert, um die «Leidensgeschichte einer angeblich völlig überforderten Frau darzustellen».
Der Film zeigt sie als sensible Person, die unter ihrem Perfektionismus leidet. Genau diese Gewichtung stört die Berliner Rapperin. Statt ihre Erfolge, ihren Ehrgeiz und ihren Weg an die Spitze in den Mittelpunkt zu stellen, konzentriere sich die Produktion vor allem auf Probleme und Belastungen. Die Dokumentation sei deshalb «an den Haaren herbeigezogen», kritisiert sie.
Kritik an der Darstellung erfolgreicher Frauen
Der Ärger von Shirin David richtet sich nicht allein gegen den Film über ihr eigenes Leben. Sie kritisiert grundsätzlich, wie erfolgreiche Frauen in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Männer würden ihrer Auffassung nach «für die Hälfte ihrer Leistung zelebriert». Bei Frauen suche man dagegen immer wieder nach Krisen und Überforderung.
Ihrem Umfeld soll zudem missfallen haben, dass in der Dokumentation keine starken Stimmen aus der Musikindustrie oder aus ihrem geschäftlichen Umfeld zu Wort kommen. Auch Aufnahmen, die der Musikerin wichtig gewesen sein sollen, fehlen demnach. Dazu zählen Backstage-Bilder von ihrem Auftritt bei «Wetten, dass..?» sowie Szenen ihres ersten Tour-Auftritts in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart.
Sie gibt nicht dem Team die Schuld
Vom Produktionsteam distanziert sich Shirin David trotz ihrer deutlichen Kritik nicht. Sie habe das Team «sehr geliebt». Die Verantwortung für die erzählte Geschichte sieht sie vielmehr beim Regisseur und beim Netflix-Marketing. Diese hätten letztlich entschieden, welche Inhalte im Film erscheinen. «Ich habe einfach mehr Tiefe, mehr Herkunft und weniger Geheule erwartet», fasst die Musikerin ihre Enttäuschung zusammen.
Für das Projekt hatte sie nach eigenen Angaben ihre Schnittrechte abgegeben, damit eine unabhängige journalistische Arbeit entstehen konnte. Inzwischen bereut sie diese Entscheidung offenbar. Laut dem Musikportal «Hiphop.de» versuchte die Rapperin sogar, die Rechte an der Dokumentation zurückzukaufen. Dem Bericht zufolge lehnte Netflix dies jedoch ab. Der Streaming-Dienst betont hingegen, die Talent-Dokumentationen würden die Geschichten zeigen, die durch den von den Künstlerinnen und Künstlern gewährten Zugang entstünden.💡 Tipp: Sehen Sie COMPUTER BILD-Inhalte öfter bei Google – auch in den News. Einfach auf den Link klicken, Haken setzen, Tab schließen. Fertig.
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