Der Chip-Hersteller AMD hat seine Open-Source-Plattform PACE grundlegend umgebaut. Statt reiner Inferenz-Server soll sie künftig komplexe autonome KI-Workflows steuern – ein strategischer Schritt im Wettbewerb um den wachsenden Markt für Agenten-KI.

LangGraph wird zum Herzstück der Plattform

Die zentrale Neuerung: die native Integration von LangGraph als Orchestrierungsebene. Ursprünglich entwickelte AMD die Platform Aware Compute Engine (PACE), um Transformer-Workloads auf EPYC-Prozessoren zu beschleunigen. Nun fungiert das System als Motor für vollständige Agenten-Graphen – von der ersten Anfrage bis zum abgeschlossenen Arbeitsablauf.

Die neue Version adressiert damit die besonderen Anforderungen agentischer Systeme: deterministische Ausführung und reproduzierbare Benchmarks. Über LangGraph verwaltet die Plattform Zustandsmaschinen, steuert Übergänge zwischen verschiedenen Aufgabenknoten und koordiniert geteilte Zustandsdaten. Entwickler können sich so von einfachen Chat-Interaktionen lösen und Workflows aufbauen, in denen KI-Agenten eigenständig Tools aufrufen, Datenbanken abfragen und Code in isolierten Umgebungen ausführen.

Vier Säulen für autonome SystemeLesen Sie auch:WhatsApp: Benutzernamen statt Telefonnummer für 3 Milliarden Nutzer

Der Umbau stützt sich auf vier Kernfähigkeiten, die Entwicklung und Einsatz autonomer Systeme vereinfachen sollen:

Deterministische Ausführung: PACE schafft Umgebungen, die konsistentes Performance-Monitoring und Debugging ermöglichen – eine Antwort auf das branchenweit bekannte Problem unberechenbarer Agenten. Flexible Bereitstellung: Die Software orchestriert Agenten-Aufgaben über lokale und entfernte Infrastruktur. Agenten-Logik läuft auf CPUs, während rechenintensive Inferenz auf externe Beschleuniger wie Instinct-GPUs oder Radeon-Grafikkarten ausgelagert wird – über eine OpenAI-kompatible Schnittstelle. Native Unterstützung eigener Agenten: Entwickler können eigene LangGraph-Agenten in die plattformbewusste Laufzeitumgebung einbringen. Optimierte Tool-Operationen: Spezielle Optimierungen für API-Aufrufe und Datenbankabfragen beschleunigen die Planungs- und Schleifenphasen agentischer Arbeit.

Anzeige

Mit dem Vormarsch autonomer KI-Systeme und neuer Technologien entstehen auch für Unternehmen völlig neue Sicherheitsrisiken. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer im Kontext moderner IT-Infrastrukturen jetzt kennen müssen. Kostenlosen Report zu neuen KI-Gesetzen und Cyberrisiken sichern

Synergien mit Venice und Instinct

Die Software-Entwicklung folgt auf hardware-seitige Meilensteine. Im Sommer brachte AMD seine EPYC-Prozessoren der sechsten Generation mit dem Codenamen Venice auf den Markt – mit bis zu 256 Kernen und 512 Threads pro Sockel.

Die Prozessoren wurden gezielt für sogenannte Agent-Sandboxes entwickelt: Server-Umgebungen, in denen CPUs die rechenintensive Logik, Tool-Aufrufe und Vorverarbeitung übernehmen, um GPU-Cluster kontinuierlich auszulasten. AMD-Manager betonten wiederholt: Je mehr KI von einfachem Training zu aktiver Inferenz und autonomer Entscheidungsfindung übergeht, desto wichtiger wird die CPU. Die Venice-Architektur bietet laut Unternehmensangaben eine 1,7-fache Leistungssteigerung für diese aufgabenorientierten Workloads gegenüber früheren Generationen.

Strategische Partnerschaften als Fundament

Der Schwenk zu einer agenten-zentrierten Plattform wird von hochkarätigen Kooperationen begleitet. Bereits Anfang des Jahres kündigte AMD mehrjährige Engineering-Partnerschaften mit Anthropic, OpenAI und Meta an, um die Infrastruktur für kommende KI-Modelle zu optimieren.

Anzeige

Wer innovative Technologien im Unternehmen implementiert, muss gleichzeitig Sicherheitslücken schließen und gesetzliche Anforderungen erfüllen. Das Gratis-E-Book enthüllt, wie Unternehmer ihre IT-Sicherheit stärken können, ohne dabei hohe Investitionen tätigen zu müssen. Hier das E-Book für proaktive Cyber-Security herunterladen

Konkret arbeiten Anthropic und AMD daran, umfangreiche GPU-Kapazitäten in Helios-Rack-Scale-Lösungen zu deployen. Das Claude-Modell unterstützt dabei AMDs eigene Software-Entwicklung. OpenAI wiederum nutzt das Open-Source-Framework Triton zusammen mit ROCm-Software, um Workloads auf den neuen Instinct-MI400-GPUs zu optimieren.

Branchenbeobachter sehen AMD damit als Anbieter offener, vollständiger KI-Infrastruktur – eine Alternative zu geschlossenen Ökosystemen. Das Unternehmen erwartet, dass der adressierbare Markt für KI-Chips – von Rechenzentren über eingebettete Systeme bis zu PCs – bis 2030 auf rund zwei Billionen US-Dollar wächst.