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Die Mähroboter-Marke Anthbot hat am Rande der IFA 2026 einen Prototyp gezeigt, der besseren Unfallschutz bei Zusammenkünften mit Kleintieren verspricht. Das Modell R730 verfügt über einen Infrarotsensor, der in Fahrtrichtung Wärmesignaturen erkennen soll. Gedacht ist er für die Konfrontation mit dämmerungs- oder nachtaktiven Tieren wie Igeln, die rein optische Kameras im Schummerlicht normalerweise übersehen. Das beschränkt den Einsatz üblicher Mähroboter auf Tageslichtschichten, sofern man den Tierschutz ernst nimmt.

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Mit Fadentrimmer

Wie gut die Wärmebilderkennung im Gartenalltag funktioniert, wird allerdings ein Praxistest zeigen müssen. Bei der Produktvorstellung zeigte Anthbot lediglich Standbilder mit Thermalansicht, die die Körperwärme von Hasen und Igeln gegenüber blau gefärbtem hohem Gras abhob. Kaum aussagekräftiger war eine Demofahrt eines Prototyps, der während einer programmierten Routine auf einem Rundparcours einen unbeheizten Stoffigel passierte.

Nahaufnahme eines Roboters mit Kameras und Sensoren, im Hintergrund ein beleuchteter Kasten.

Unter dem Kamera- und Lidarturm baut Anthbot nicht näher erklärte Infrarotsensorik ein, die Wärmebildsignaturen erkennt und zwecks Unfallschutz in der Routenplanung berücksichtigt.

(Bild: Berti Kolbow-Lehradt)

Dafür veranschaulichte die Technikdemo ein anderes, für Gartenfreunde ebenfalls interessantes Feature. Am Heck des R730 ist ein beweglicher Ausleger montiert, der an mehreren Gelenken einen Werkzeugkopf mit Fadentrimmer zur rechten Gehäuseflanke ausschwenkt. Dadurch soll er die letzte Distanz zur Rasenkante überwinden und auch dort die Halme sauber kürzen, wo andere Mähroboter mehr oder weniger händische Nacharbeit übrig lassen. Der Arm war während der Rundfahrt dauerhaft ausgefahren, schwenkte aber sicherheitshalber zurück ans Heck, sobald der R730 sich der Stoffigelattrappe näherte.

Ein Mähroboter mit einem ausklappbaren Arm auf einem Kunstrasen.

Für den Kantenschnitt fährt der Anthbot R730 einen Trimmer-Arm aus, der die letzte Distanz zum Rasenrand überwindet, und dort Halme kürzt, damit es kein Mensch mehr tun muss.

(Bild: Berti Kolbow-Lehradt)

Beides – Thermalscan und Kantentrimmerausleger – ist auch von weiteren Herstellern auf der IFA zu erwarten und könnte sich in der kommenden Gartensaison zu Trendfeatures entwickeln.

Abgesehen von diesen beiden Talenten bringt der Anthbot R730 viele weitere Merkmale eines Luxus-Mähroboters mit. Über den Rasen bewegen ihn vier von separaten Motoren angetriebene Räder, die vorderen beiden lenken aktiv. Dadurch soll er verwinkeltes, holpriges Terrain mit bis zu 84-prozentiger Steigung bewältigen können.

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Außer dem Infrarotsensor sind zwei Lidarmodule sowie eine Stereokamera für Routenplanung und Hinderniserkennung zuständig. Ferner hilft ein GNSS-Modul mit Satellitenkoordinaten, den Weg zu finden. Eine RTK-Bodenantenne braucht man dafür nicht. Korrekturdaten besorgt sich das Gerät via integrierter 4G-Verbindung (NRTK).

Bis 4000 Quadratmeter pro Tag

Ein Akku mit 270 Wh sowie ein Schnellladenetzteil an der Ladestation sorgen laut Hersteller dafür, dass der R730 je nach Betriebseinstellungen zwischen 3000 und 4000 Quadratmeter Rasen pro Tag mäht. Rein als Showeffekt ziert den Roboter ein Heckspoiler, der ihm einen, nun ja, schnittigen Look verleihen soll.

Einen Marktstart plant Anthbot für kommendes Frühjahr zum Preis von rund 2500 Euro. Zudem kommt für 2000 Euro mit dem R720 eine abgespeckte Variante ohne Wärmebildsensor und mit einem nur optional erhältlichen, nicht serienmäßigen Trimmerarm sowie geringerer Flächenleistung.

Die Marke Anthbot ist hierzulande noch kaum bekannt. Nach eigenen Angaben versorgt der Dachkonzern LDRobot als Zulieferer viele andere namhafte Roboterhersteller mit Sensorik und will unter eigener Marke mit mehr Endgeräten in die Regale kommen als bisher.

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(afl)

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