
Wieder gibt der FC Basel eine Führung aus der Hand – an der Niederlage gegen Lugano ist Goalie Mirko Salvi nicht unbeteiligt.Bild: keystone
Der FC Basel gerät unter Stephan Lichtsteiner erneut in die Krise. Nach der neuerlichen Heimniederlage bemängelten der 42-jährige Trainer sowie der Sportliche Leiter Valentin Stocker das Auftreten des eigenen Teams.
07.09.2026, 11:3707.09.2026, 11:37

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Nach einem zumindest resultattechnisch guten Saisonstart mit drei Siegen aus vier Spielen ist der FC Basel wieder in die Krise gerutscht. Wie schon am Donnerstag gegen den FC Sion (1:2) geht der FCB auch am Sonntag gegen Lugano (1:3) trotz einer Führung leer aus. Es war bereits die dritte Niederlage im vierten Heimspiel in dieser Saison. Die Basler stehen mit zehn Punkten aus sieben Partien auf dem fünften Platz der Super League.
«Ich vermisse die Emotionen im Team.»
Sportlicher Leiter Valentin Stocker
Zufrieden sein könne man zum jetzigen Zeitpunkt «natürlich nicht», stellte der Sportliche Leiter Valentin Stocker beim SRF klar. Zu Beginn der vergangenen Woche habe es noch besser ausgesehen. «Aber jetzt ist es mit den beiden Spielen ultimativ schlecht gelaufen.»
Die Zusammenfassung der Partie.Video: SRF
Als Ursache für die nicht zufriedenstellenden Leistungen in den letzten beiden Partien sieht Stocker auch die vielen Transfers und Wechsel im Sommer. Sieben Neuzugänge standen am Sonntag in der Startformation, ein weiterer wurde noch eingewechselt. «Es ist mega schwierig, wenn das Team noch nicht eingespielt ist», befand der 37-jährige Stocker, stellte aber auch klar: «Nichtsdestotrotz vermisse ich ein Stück weit die Emotionen. Dass man nach den Gegentoren mal das Herz in die Hand nimmt und probiert, den Bock umzustossen. Das war in den letzten beiden Spielen leider nicht der Fall.»
«Mir fehlt offensiv wie defensiv die Überzeugung.»
FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner
Ähnlich klingt es auch bei Trainer Stephan Lichtsteiner. Sein Team habe in der ersten Halbzeit mit dem Ball nicht das gemacht, was es sich vorgenommen habe. «Wir sind fast nie gefährlich geworden, hatten viele Ballverluste», so der 42-Jährige. Nach der Pause gelang den Baslern zwar der Führungstreffer, doch auch in der Folge gefiel Lichtsteiner der Auftritt nicht. «Wir waren zu wenig konsequent in den letzten Aktionen und dann auch zu pomadig und zu wenig zielstrebig, um die Punkte zu Hause zu behalten. Da fehlt mir die Überzeugung offensiv wie defensiv.»
Innert zwei Minuten drehte Lugano die Partie. Erst kam Yanis Cimignani am Rand des Fünfmeterraums völlig frei zum Abschluss und traf sehenswert per Direktabnahme. Dann unterlief dem für den erneut verletzten Jonas Omlin eingewechselten Ersatzgoalie Mirko Salvi ein folgenschwerer Fehlpass, den Uran Bislimi zum 2:1-Führungstreffer nutzte. Trainer Lichtsteiner nahm den 32-jährigen Routinier dennoch in Schutz: «Mirko Salvi hat bisher eine hervorragende Saison gespielt. Das müssen wir akzeptieren.»
Mit Kritik an seinem Team hielt Lichtsteiner hingegen nicht zurück. Es seien grundlegende Dinge wie das Abwehrverhalten, die mangelhaft seien. Gegen einen Gegner wie Lugano müsse man «wachsam sein und den absoluten Willen haben, das zu Ende zu verteidigen. Das hat mir heute gefehlt», so Lichtsteiner, der ausführt: «Wir müssen die Überzeugung auf den Platz bringen, die Duelle unbedingt gewinnen, das Tor unbedingt verteidigen und offensiv unbedingt ein Tor schiessen zu wollen.»
Das Interview mit Stephan Lichtsteiner.Video: SRF
Die Niederlage habe klar aufgezeigt, dass Basel noch einiges fehle, um mit Lugano auf Augenhöhe mitzuhalten. «Die Konsequenz, der absolute Wille: Daran gibt es noch viel zu arbeiten.» Je länger dies dauert, desto stärker dürfte aber auch Trainer Lichtsteiner wackeln.
Noch erhält der langjährige Nati-Verteidiger von der sportlichen Leitung aber Rückendeckung. Auf die Frage, ob der FC Basel weiterhin geduldig bleibe, antwortete Valentin Stocker kurz und knapp: «Ja!» Die öffentliche Trainerdiskussion wollte er nicht diskutieren, da diese in seinen Augen nicht ständig geführt werden müsse. Klar ist aber auch für ihn: «Wir sind positiv in die letzte Woche gegangen und stehen jetzt so da. Das ist sehr enttäuschend.»
Weiter geht es für den FCB am nächsten Sonntag mit dem Auswärtsspiel in Luzern, das zuletzt deutlich besser in Fahrt gekommen ist. Positiv stimmen kann die Basler aber die gute Bilanz in der Fremde: Zwei Siege und noch keine Niederlage aus drei Partien stehen in der Bilanz.