Griechenland und Spanien verschärfen ihre Verkehrsregeln und setzen stärker auf KI-Kameras.In Griechenland gilt in Wohngebieten und engen Gassen neu grundsätzlich Tempo 30.In Spanien können schon das Berühren des Handys oder Flipflops am Steuer bis zu 200 Euro kosten.
Wer künftig vorhat, mit dem Auto durch Griechenland oder Spanien unterwegs zu sein, sollte sich vorsehen: Beide Länder haben ihre Verkehrsregeln verschärft. Zudem setzen sie in Zukunft noch mehr auf KI-Kameras. Für Autolenker kann das schnell teuer werden. Vor einer Neuerung in Griechenland warnt sogar auch das deutsche Auswärtige Amt.
Griechenland: Tempo 30 – auch, wo es nicht signalisiert ist
In Griechenland setzen sie vermehrt auf Langsamkeit. In Wohngebieten und engen Gassen – sogenannten «Residential Areas» – gilt neu grundsätzlich Tempo 30. Das sollte man im Kopf haben. Denn die Bereiche seien nicht immer ausreichend ausgeschildert, heisst es in den Reisewarnungen aus Deutschland. Auch Hinweisschilder auf das Tempolimit seien vielerorts kaum zu finden.
Die Faustregel für Vorsichtige lautet: Nur auf Hauptstrassen mit zwei Spuren pro Richtung innerorts gilt noch 50 km/h.
Ortsunkundige Fahrer können deshalb schnell in die Bussgeld-Falle geraten. Denn Übertretungen werden konsequent geahndet. Bussgeldbescheide, die oft im Hunderter-Bereich liegen, werden auch ins Ausland verschickt. Je nach Vergehen können laut «Welt» auch die Kontrollschilder eingezogen werden.
Hast du im Ausland schon einmal eine Busse kassiert?
KI-Kameras liegen immer wieder daneben
Aufgedeckt werden Vergehen immer häufiger mithilfe von KI-Kameras. Besonders in den Grossstädten wie Athen und Thessaloniki kommen sie zum Einsatz. Ihnen entgeht fast nichts. Laut der Athener Zeitung «Ta Nea» registrieren sie mitunter auch Vergehen, die gar nicht begangen werden. Die Fehlerquote sei hoch.
Ein Fahrer soll etwa mit einem Bussgeld von 350 Franken belegt worden und dazu aufgefordert worden sein, seinen Fahrausweis für 30 Tage abzugeben. Der Grund: Angeblich Handy am Ohr. Doch nachdem der Fahrer Beschwerde eingelegt hatte und Menschen das Beweisfoto sichteten, wurde klar: Ein Smartphone war nicht im Spiel. Der Mann hatte sich lediglich am Ohr gekratzt.
Die KI soll auch immer wieder Mühe mit der Erkennung von Anschnallgurten haben. Immer wieder gebe es Fälle, bei denen Menschen im Auto fälschlicherweise Nachlässigkeit beim Angurten attestiert wird.
Griechenland: Drei wichtige Regeln
Wenn nicht anders signalisiert, haben die sich im Kreisel befindenden Fahrzeuge keine Vorfahrt und es gilt Rechtsvortritt.Während der Fahrt darf das Handy nicht benutzt oder in der Hand gehalten werden.Die Promillegrenze liegt für Autolenker bei 0,5 Promille. Für Menschen, die mit dem Töff unterwegs sind, liegt die Promillegrenze bei 0,0. Gleiches gilt für Fahranfänger (bis 2 Jahre Fahrpraxis).
Wer im Ausland mit dem Auto unterwegs ist, sollte die jeweils geltenden Verkehrsregeln kennen.Getty Images
Spanien: Finger weg vom Handy – und von Flipflops
Auch in Spanien lohnt es sich, vor der Fahrt im Land sich punkto Regeln schlau zu machen und vorsichtig zu sein. Denn Spanien baut die KI-Überwachung aus. Bereits das Berühren des Handys während der Fahrt oder an der roten Ampel kann mindestens 200 Euro kosten. Auf den Balearen und den Kanaren achten Polizistinnen und Polizisten im Sommer zudem auf das Schuhwerk: Flipflops oder Badelatschen am Steuer gelten als Sicherheitsrisiko. Auch dafür können bis zu 200 Euro fällig werden.
Spanien: Drei wichtige Regeln
Telefonieren ist nur mit einem integrierten Freisprechsystem erlaubt. Das Tragen von Kopfhörern, egal ob in oder über einem oder beiden Ohren, ist tabu.Auf mehrspurigen Strassen ist beim Überholen von Fahrrädern und Kleinkrafträdern ein vollständiger Spurwechsel vorgeschrieben; ansonsten ist ein Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten.Die Promillegrenze beträgt 0,5. Für Fahranfängerinnen und Fahranfänger (bis zwei Jahre Fahrpraxis) gelten 0,3, für Minderjährige 0,0 Promille.
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Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.
