Der erdrutschartige Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt gestern stiess auf grosses Interesse der internationalen Medien. Viele von ihnen äussern sich besorgt über die politische Lage Deutschlands.
In der amerikanischen «New York Times» heisst es: «Es handelte sich nicht um irgendein europäisches Land, sondern um Deutschland – ein Land, das rechtsextreme Parteien seit der Katastrophe des Nationalsozialismus unerbittlich isoliert hat. Und es war nicht nur ein seltsamer Ausreisser, sondern vielmehr der jüngste Schritt in einem stetigen, jahrzehntelangen Vormarsch, der die extreme Rechte immer näher an die Machtzentren Europas herangeführt hat.»
Im spanischen «El País» ist davon die Rede, dass «alles, was einst feststand, zerfällt, und viele der Instrumente, die einst dazu dienten, die extreme Rechte einzudämmen», sich als «nutzlos oder gar kontraproduktiv erwiesen» haben. Der «überwältigende Sieg» der AfD zwinge das «demokratische Lager», seine Strategien der vergangenen Jahre zu überdenken und «einige Wahrheiten neu zu bewerten, die bisher als unumstösslich galten».
Die französische «Ouest-France» schreibt von einem «Schock für Millionen von Deutschen, für die die AfD eine Bedrohung für ihre Demokratie, eine Beleidigung des Versprechens ‚Nie wieder‘ und ein Rückschlag für all die Arbeit ist, die in Bezug auf ihre Vergangenheit geleistet wurde.»