Der Brand in Ecublens VD hat die Risiken von Lithium-Batterien erneut ins Zentrum gerückt. Recyclingbetriebe und Behörden investieren verstärkt in Prävention.
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Léandre Duggan / RTS
Dario Balmelli erinnert sich noch gut an den 28. August. In seiner Recyclingfirma Thévenaz-Leduc in Ecublens brach an diesem Tag ein Grossbrand aus.
«Wir hatten einen Haufen Metallschrott zum Zerkleinern, der eigentlich völlig ungefährlich war», sagt er gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.
Auf den Überwachungskameras sei zunächst eine kleine Rauchentwicklung zu sehen gewesen. «Wenige Minuten später schlugen fünf Meter hohe Flammen empor.» Der Brand legte in der Folge Teile des Lausanner Westens lahm.
Die Untersuchungen der Waadtländer Staatsanwaltschaft laufen noch. Balmelli vermutet: «Es war mit grosser Sicherheit eine Lithium-Batterie. Typisch ist zunächst weisser Rauch, kurz darauf entzündet sie sich. Das alles geschieht innerhalb weniger Sekunden.»
Behörden sahen keine Probleme
Die Waadtländer Dienststelle für Umwelt (DGE) erklärte gegenüber RTS, der Betrieb habe die Vorgaben der eidgenössischen Abfallverordnung eingehalten.
Auch bei Kontrollen in den Jahren 2024 und 2025 seien keine Probleme bei der Annahme oder Behandlung der Abfälle festgestellt worden.
Sie hat zudem Bodenproben in der Umgebung entnommen, um mögliche Verunreinigungen durch den Brand zu prüfen.
Batterien stecken heute in fast allem
Der Vorfall in Ecublens ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren kam es in mehreren Schweizer Recyclingzentren zu Bränden. Meist standen Lithium-Batterien als mögliche oder bestätigte Ursache im Fokus.
Das passiert mit den Batterien in der Recyclinganlage:
Werden die Batterien beschädigt, zusammengedrückt oder falsch entsorgt, können sie sich innert kürzester Zeit entzünden. Sie befinden sich in vielen Produkten: Mobiltelefonen, kabellosen Kopfhörern, E-Zigaretten oder Spielzeugen.
Bei Thévenaz-Leduc werden aus Elektrogeräten entfernte Batterien in speziellen Behältern gesammelt und anschliessend in spezialisierte Anlagen gebracht. Das eigentliche Risiko liege jedoch oft früher in der Entsorgungskette.
«Viele Menschen sind nicht ausreichend informiert. Sie wissen nicht, wohin solche Batterien gehören», sagt Balmelli. Bereits eine einzelne Lithium-Batterie am falschen Ort könne einen Brand auslösen.
Steigende Kosten für die Branche
Auch finanziell wird das Thema für Recyclingunternehmen bedeutender.
In Genf haben Recyclingbetriebe laut eigenen Angaben mit steigenden Versicherungsprämien zu kämpfen. Deshalb investieren sie zunehmend in Brandschutzmassnahmen.
Mehr Brände auch in Privathaushalten
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Auch die Waadtländer Gebäudeversicherung ECA verstärkt ihre Präventionsarbeit. Mithilfe eines Simulators zeigt sie, wie beschädigte Lithium-Batterien plötzlich Feuer fangen können.
«Wenn eine Batterie so heiss wird, dass man sich beim Berühren verbrennt, ist das ein Warnsignal», sagt Brandschutzexperte Marcus Wahlin. Dasselbe gelte für aufgeblähte Batterien.
Gemäss Florian Widmer, Präventionsleiter der ECA, bleibt das Problem in Privathaushalten zwar vergleichsweise selten. Die Zahl der Vorfälle nimmt jedoch zu.
«Bis 2020 verzeichneten wir jährlich rund zehn Brände im Zusammenhang mit Lithium-Batterien. Heute sind es fast 30», sagt er. Das entspricht rund zwei Prozent aller gemeldeten Möbel- und Wohnungsbrände im Kanton Waadt.
«Wenn ich alle technischen Schutzmassnahmen der letzten zwanzig Jahre zusammenzähle, kommen wir auf mehr als zwei Millionen Franken», sagt Bertrand Girod, Generaldirektor eines Genfer Recyclingunternehmens.
Die Branche rüstet auf
Seit rund einem Jahr überwacht dort ein automatisches Sprinklersystem in Kombination mit Wärmebildkameras mögliche Brandherde und soll verhindern, dass sich Feuer ausbreiten.
Legende:
Gefährliche Batterien gelangen oft zusammen mit dem Hausmüll auf Deponien.
RTS
Neben technischen Schutzmassnahmen setzt die Branche zunehmend auch auf Aus- und Weiterbildung.
So führte Swiss Recycle in Yverdon-les-Bains erstmals in der Westschweiz eine Schulung für Verantwortliche von Sammelstellen durch.
«Wir wollen vermitteln, wo die Risiken liegen und wie Lithium-Batterien korrekt angenommen, gelagert und transportiert werden», erklärt Ausbildungsleiter Chris Ruegg.
So lassen sich Risiken verringern
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Die Westschweizer Gebäudeversicherungen empfehlen diese Vorsichtsmassnahmen:
Nur geeignete Ladegeräte verwenden, idealerweise jene des Herstellers. Batterien nicht beschädigen, quetschen oder durchbohren. Geräte und Batterien trocken und vor grosser Hitze geschützt lagern. Geräte nicht über längere Zeit unbeaufsichtigt laden lassen. Auf Warnzeichen wie Überhitzung, Aufblähen, ungewöhnliche Gerüche oder Rauchentwicklung achten. Alte oder beschädigte Batterien bei Sammelstellen oder Verkaufsstellen zurückgeben, nicht im Hauskehricht entsorgen. Bei Rauchentwicklung oder einem Brand sollte man sich entfernen, die Dämpfe nicht einatmen und die Rettungskräfte verständigen.