Bei Pressekonferenz

Ulrich Siegmund lieferte sich einen Schlagabtausch.

Ulrich Siegmund lieferte sich einen Schlagabtausch.

DPA

Einen Tag nach dem Wahlsieg der AfD liefert sich Spitzenkandidat Ulrich Siegmund einen scharfen Schlagabtausch mit Journalist Tilo Jung. Der konfrontiert ihn mit einer historischen Parallele zum Jahr 1932 – Siegmund reagiert erst spöttisch und dann mit einem Angriff auf den Journalisten.

Sven ZieglerDarum geht’sDie AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent deutlich gewonnen.Bei einer Pressekonferenz konfrontiert Journalist Tilo Jung Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit einer historischen Parallele zum Jahr 1932.Siegmund weist den Vergleich zurück und wirft Jung indirekt vor, die Menschen in Sachsen-Anhalt bevormunden zu wollen.Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Einen Tag nach dem Rekordergebnis seiner Partei steht AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erneut im Mittelpunkt. Dieses Mal geht es allerdings nicht um Koalitionen oder Mehrheiten, sondern um einen Wortwechsel mit dem Journalisten Tilo Jung.

Bei der Bundespressekonferenz spricht Jung den AfD-Politiker Siegmund darauf an, dass dieser den Ausgang der Landtagswahl mehrfach als «historisch» bezeichnet hatte.

Dann zieht der Journalist selbst eine Parallele weit zurück in die deutsche Geschichte.

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1932 sei Alfred Freyberg im damaligen Freistaat Anhalt der erste Ministerpräsident der NSDAP in Deutschland geworden, sagt Jung. Anschliessend fragt er Siegmund: «Ist Ihr Land einfach schon immer gemacht für historische Aufgaben, wie Sie sich das vorstellen?»

Siegmund reagiert zunächst nicht auf den historischen Vergleich. Stattdessen fragt er: «Wer sind Sie?»

Jung stellt sich als Tilo Jung vom Politikformat «Jung & Naiv» vor. Darauf antwortet Siegmund: «Ich glaube, es ist ganz gut, dass ich nicht zu Ihnen gegangen bin in diesen Podcast.»

«Das ist die Antwort»

Jung lässt das nicht gelten. Das sei keine Antwort auf seine Frage, entgegnet er. Siegmund bleibt dabei: «Das ist die Antwort.»

Danach geht der AfD-Politiker doch noch auf den Vergleich ein. Diesen bezeichnet er als «seltsam». Die historische Parallele interessiere ihn und seine Partei nicht: «Das ist uns völlig egal in Sachsen-Anhalt.»

Stattdessen verweist Siegmund auf das Ergebnis vom Sonntag. Die AfD habe «die Demokratie wieder lebendig gemacht». Tatsächlich erreichte die Wahlbeteiligung mit 77,8 Prozent einen Rekordwert. Bei der Landtagswahl 2021 hatten noch 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Siegmund greift Jung persönlich an

Zum Abschluss richtet sich Siegmund nochmals direkt an den Journalisten. Er sei «sehr dankbar und stolz», dass sich die Menschen in Sachsen-Anhalt «nicht von Leuten wie Ihnen bevormunden lassen wollen».

Die AfD war bei der Wahl am Sonntag mit 43,8 Prozent klar stärkste Kraft geworden. Die CDU landete mit 17,2 Prozent abgeschlagen auf Rang zwei. Für eine absolute Mehrheit reichte es der AfD allerdings nicht. Sie erhält nach dem vorläufigen Endergebnis 39 der 83 Sitze im neuen Landtag.

Ob Siegmund tatsächlich Ministerpräsident wird, ist deshalb offen. CDU, SPD, Grüne und Linke haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Entscheidend könnte das BSW werden, das mit 5,3 Prozent knapp in den Landtag eingezogen ist und Gespräche mit der AfD nicht grundsätzlich ausschliesst.