Bilanz ihrer Karriere
Franziska Preuß: «Da war ich wirklich baff»
Aktualisiert am 05.03.2026 – 11:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Franziska Preuß am Schießstand: Diese Saison war ihre letzte als Profisportlerin (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON/imago)
Franziska Preuß beendet ihre Karriere – und spricht erstmals über das, was danach kommt. Zwischen Stolz, Erschöpfung und neuer Freiheit zieht sie eine sehr persönliche Bilanz.
Eine Woche nach ihrem letzten Rennen, hat Biathletin Franziska Preuß erstmals auf ihre Karriere als Biathletin zurückgeblickt. In der BR-Sendung «Blickpunkt Sport» schwärmte die 31-Jährige, die aus Wasserburg am Inn stammt, vom Langlaufen ohne Leistungsdruck.
«Bei Sonnenschein, ohne Uhr. Man konnte stehenbleiben, man konnte einkehren. Das ist schon etwas Neues und das genieße ich gerade sehr», sagte sie. Nach Jahren im Takt von Trainingsplänen und Wettkämpfen erlebe sie ihren Sport nun anders.
Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo, die von Beginn an als ihre letzten geplant gewesen seien, verliefen nicht wie erhofft. Eine weitere Einzelmedaille blieb aus. «Olympische Spiele und ich, wir werden einfach keine Freunde. Es war der Wurm drin», erklärte Preuß. Schon eine Woche später jedoch überwog der Stolz auf ihre Laufbahn.
Ihre Bilanz: zweimal Olympia-Bronze, zweimal WM-Gold, sechsmal WM-Silber, dreimal WM-Bronze. Hinzu kamen die große Kristallkugel für den Gesamtweltcupsieg, zweimal die kleine Kristallkugel im Massenstart und einmal im Sprint.
Ein besonderer Moment sei der WM-Titel 2025 in der Verfolgung von Lenzerheide gewesen. Mit fehlerfreiem Schießen und fast einer Minute Vorsprung sei sie auf die Schlussrunde gegangen. «Ich hätte es nie gedacht, dass ich das mal erleben darf. (…) Da war ich wirklich baff.»
Preuß betonte, entscheidend für diese Erfolge sei neben dem Training ihre mentale Stärke gewesen. Verletzungen und Krankheiten hätten ihre Karriere immer wieder begleitet. Um Infekte zu vermeiden, habe die Familie Weihnachten im Garten gefeiert, sie selbst zeitweise mehrere Masken getragen und ihren Lebensgefährten Simon Schempp vor wichtigen Rennen ins Gästezimmer geschickt. «Gerade das Thema Gesundheit war bei mir einfach immer präsent. Da wollte ich alles für tun, weil es gibt nichts Schlimmeres für einen Sportler, als im Winter krank zu sein», sagte sie.
Die permanente Selbstdisziplin habe Kraft gekostet. «Man hat so streng zu sich sein müssen mental, dass man nie den Glauben verliert. Das hat mir schon viel Energie gezogen.» Erleichterung verspüre sie vor allem beim Blick auf das Anti-Doping-Meldesystem. «Das war die schönste E-Mail, sich jetzt da abzumelden, dass man nicht mehr jede Nacht angeben muss, wo man schläft. (…) Das ist eine neue Freiheit.»
Was bleibe, seien Erinnerungen und internationale Freundschaften. Besonders die gemeinsamen Erlebnisse im Team hätten sie geprägt. «Die internationalen Freundschaften, die man geschlossen hat. Das ist wirklich etwas Besonderes», sagte Preuß und erinnerte auch an ihre frühere Teamkollegin Laura Dahlmeier. Mit der Italienerin Dorothea Wierer habe sie in Mailand ihre letzte Ehrenrunde gedreht – ein Abschied unter Konkurrentinnen, die längst Freundinnen geworden seien.
