David Ellison verspricht unabhängiges CNN nach Paramount-Deal.

Der Chef von Paramount Skydance reagiert auf Sorgen über politischen Einfluss bei CNN nach der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery.

Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance im Wert von rund 111 Milliarden Dollar sorgt für Unruhe beim Nachrichtensender CNN. Mitarbeitende befürchten, dass die neuen Eigentümer die Berichterstattung stärker in eine konservative Richtung lenken könnten. Ellison wies diese Befürchtungen jetzt jedoch entschieden zurück, berichtet variety.com.

Hintergrund sind politische Verbindungen von Paramount-Skydance-Chef David Ellison mit Donald Trump sowie Veränderungen, die er bereits bei CBS News angestoßen hat. Auslöser für die Sorgen ist unter anderem die Ernennung der Journalistin Bari Weiss zur Leiterin von CBS News. Die Gründerin der Plattform The Free Press hat wiederholt kritisiert, dass viele große Medienhäuser aus ihrer Sicht zu „woke“ berichten. Sie soll nach Abschluss der Übernahme auch eine Rolle bei der Aufsicht über CNN spielen, was innerhalb des Senders für Skepsis sorgt.

Ellison verspricht redaktionelle Unabhängigkeit

In einem Interview in der CNBC-Sendung „Squawk Box“ erklärte Ellison jetzt, die redaktionelle Unabhängigkeit werde sowohl bei CBS News als auch bei CNN gewahrt bleiben. Ziel seines Unternehmens sei es, Menschen aus der politischen Mitte zu erreichen – sowohl moderat konservative als auch moderat progressive Zuschauer – und „im Wahrheits- und Vertrauensgeschäft“ tätig zu sein.

Zugleich betonte der Paramount-Skydance-Chef laut den Angaben die Bedeutung von CNN als globale Nachrichtenmarke. Der Sender verfüge über ein „unglaubliches Team“ und solle auch künftig unabhängig arbeiten können. Paramount Skydance wolle die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten unterstützen und den Sender langfristig stärken.

Strategie: Ausbau von Streaming-Angeboten

Ein wichtiger strategischer Schwerpunkt soll dabei der Ausbau von Streaming-Angeboten sein. Laut Ellison sollen Nachrichtenmarken wie CNN und CBS News künftig stärker auch über digitale Plattformen erreichbar sein. Zuschauer sollen wählen können, ob sie Nachrichten klassisch über Fernsehen und Kabel oder über Streamingdienste konsumieren möchten.

Dennoch bleiben Zweifel innerhalb der Branche bestehen. Bei CBS News hatten Umstrukturierungen unter Weiss bereits zu Spannungen geführt, unter anderem bei der traditionsreichen Sendung „60 Minutes“. Auch CNN-Mitarbeiter befürchten deshalb, dass sich mit dem neuen Eigentümer nicht nur die Geschäftsstrategie, sondern langfristig auch der redaktionelle Kurs des Senders verändern könnte.

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050326 CNN Ellison Unabhängigkeit: Wikimedia Commons / Charles Atkeison