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Berlin – Urlauber, die aus dem Nahen Osten von der Bundesregierung mit gemieteten Charter-Maschinen ausgeflogen werden, müssen nach BILD-Informationen 500 Euro pro Person für ihre Rettung bezahlen. Der Preis entspreche einem marktüblichen Economy-Ticket, heißt es aus dem Auswärtigen Amt.

Der erste Evakuierungsflieger der Bundesregierung ist am Mittwoch um 7.39 Uhr gelandet – an Bord Deutsche, die wegen des Kriegs im Nahen Osten festsaßen. Die Lufthansa-Maschine vom Typ Airbus A340-300 hob am späten Abend in Omans Hauptstadt Maskat ab. An Bord des Sonderflugs LH345 befanden sich besonders schutzbedürftige Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt wurden. „Alte, Kranke, Schwache, Schwangere, Kinder“, hatte Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) bei WELT TV angekündigt. Er schrieb bei Instagram: „Heute Nacht startete ein durch uns organisierter Sonderflug der Lufthansa aus Maskat nach Frankfurt mit mehr als 250 Menschen an Bord. Weitere Flüge sind bereits geplant.“

Rückholaktionen können teuer werden

Was bisher nicht bekannt war und BILD jetzt erfuhr: Die Rückholaktion war nicht umsonst. 500 Euro mussten Urlauber pro Person für das Ticket bezahlen. Bei einer Familie geht der Preis schnell in die Tausende.

Ein Blick in andere europäische Länder zeigt allerdings, dass die Deutschen nicht die einzigen sind, die für ihren Flug zahlen müssen. Finnland zum Beispiel organisiert einen Flug von Maskat (Oman) nach Helsinki. Finnen, die die gefährliche Golfregion verlassen möchten, können die Tickets auf eigene Kosten erwerben. Der Preis für einen Charterflug beträgt etwa 2.300 Euro pro Person. Der Generaldirektor für konsularische Dienste in Finnland teilte dazu mit: „Dem Ministerium ist bewusst, dass die Tickets teuer sind.“

Weitere Flüge am Donnerstag und Freitag

Der deutsche Außenminister Wadephul kündigte auch an, dass es am Donnerstag und Freitag weitere Flüge für je rund 250 Passagiere geben solle. Man organisiere derzeit den Transport aus den Emiraten nach Maskat, die Hauptstadt des Oman. Dort war auch der erste Flug gestartet. Weiterhin gilt, dass vor allem Senioren, Kranke, Schwache, Schwangere und Kinder geholt werden.

Zugleich gebe es eine gewisse Entspannung im kommerziellen Flugverkehr, so Wadephul. „Die Kapazitäten für die Ausreise werden von Tag zu Tag größer.“ Allein am Donnerstag sollten von den größten Flughäfen der Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai und Abu Dhabi etwa 250 kommerzielle Flüge in alle Welt starten, davon mehr als 60 nach Europa und auch einige nach Deutschland. Zudem sollten mehr als 500 Passagiere von zwei Kreuzfahrtschiffen ausreisen können. Nach Angaben des Auswärtigen Amts hielten sich mit Stand Mittwoch rund 30.000 deutsche Staatsbürger in der Golfregion auf.

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