Auch der PlayStation Store wurde in der Vergangenheit förmlich mit billig produzierter Massenware überschwemmt, die Spieler mithilfe simpler Platin-Trophäen zum Kauf animieren sollte. Das größte Portal rund um das Thema PlayStation-Trophäen reagierte nun auf diese Entwicklung und die anhaltende Kritik der Spieler.
Neben Plattformen wie Steam oder dem Xbox Store wird auch der PlayStation Store seit Jahren von sogenannter Shovelware heimgesucht. Der Begriff Shovelware bezeichnet Software oder Spiele, die Studios schnell und lieblos produzieren, um nach dem Motto „Masse statt Klasse“ möglichst viele Spiele in kurzer Zeit anzubieten.
Ein Trend, der sich aufgrund des zunehmenden Einsatzes von generativer KI in der Entwicklung von Spielen zuletzt noch einmal verstärkte. Um Spieler zum Kauf der meist nur zwei bis drei Euro teuren Produktionen zu animieren, locken diese nicht selten mit einer unkomplizierten Platin-Trophäe, die sich meist in wenigen Minuten und ohne großen Aufwand freischalten lässt.
Um ein Zeichen gegen die lieblos produzierte Massenware und ihren Trophäen-Spam zu setzen, entschied sich PSN Profiles, die beliebteste und gleichzeitig größte Website rund um das Thema PlayStation-Trophäen, in dieser Woche zu einem drastischen Schritt.
PSN Profiles nimmt sich Kritik der Spieler an
Nachdem Nutzer der Website immer wieder kritisierten, dass die in wenigen Minuten freischaltbaren Platin-Trophäen den Vergleich in den internationalen Ranglisten verzerren, kündigte PSN Profiles an, entsprechende Spiele in der Rangliste nicht mehr zu berücksichtigen.
Betroffen sind vor allem Titel wie die „My Name is Mayo“-Reihe oder „The Jumping Taco“, in denen es möglich ist, sich die Platin-Trophäe mit wenigen Klicks zu sichern.
„Shovelware wird in den Hintergrund treten. Es wird in der Rangliste nicht mehr zählen und man wird es nicht sehen (außer auf der Spieleseite, wenn danach gefiltert wird)“, erklärte der Leiter des Trophäen-Portals. „Profile zeigen aber weiterhin jedes Spiel an, das jemand gespielt hat. Es sei denn, die Person versteckt es im PSN.“

Bei der Nichtberücksichtigung in der Rangliste bleibt es allerdings nicht. Stattdessen schreibt PSN Profiles weiter: „Außerdem werden die Funktionen von Shovelware eingeschränkt. Es gibt keine Bestenlisten, Clubs oder Foren. Das ist eine Verschwendung von Ressourcen. Shovelware ist einfach nur eine Plage.“
Bei den Trophäen-Jägern und Nutzern von PSN Profiles kommt dieser Schritt wenig überraschend gut an und wird als ein sinnvolles Zeichen gegen lieblos produzierte Massenware gesehen.
Billige Massenware bleibt ein Problem für Entwickler
Auch wenn Unternehmen wie Sony, Microsoft oder Valve die Maßnahmen gegen Shovelware zuletzt verstärkten, gleicht das Ganze dem Kampf gegen die sprichwörtlichen Windmühlen.
Nicht selten kommt es vor, dass Sony oder Microsoft hunderte solcher Spiele aus ihren Stores entfernen, nur damit an anderer Stelle der nächste Schwung an Shovelware den Weg in den PlayStation Store oder den Xbox Store findet.
Eine Entwicklung, unter der vor allem Indie-Entwickler leiden, deren Produktionen von der Flut an KI-Massenware verdrängt werden und in den Stores kaum noch sichtbar sind.

„Meiner Meinung nach tut PlayStation kaum etwas, um Entwickler zu unterstützen, und lässt zunehmend Shovelware mit KI-Grafiken in den Stores strömen. Ich weiß nicht genau, warum das so ist… vielleicht, weil diese minderwertigen Veröffentlichungen trotzdem Umsatz generieren, aber es ist herzzerreißend, das zu sehen“, kritisierte ein Entwickler im vergangenen Herbst.
Dass Sony zumindest versucht, das Problem in den Griff zu bekommen, wurde im Januar deutlich, als der Konzern mehr als 1.000 der Billigproduktionen aus dem PlayStation Store entfernte.
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