Angelo Kelly ist, wie sein Vater Dan, mit seiner Familienband «Angelo Kelly & Family» durch die Welt gereist. Mit Kindern im Schulalter geht das nur, wenn sie im Homeschooling unterrichtet werden. Angelo Kelly hatte das allerdings nicht von Anfang an geplant, sondern die Entscheidung durch einen Schicksalsschlag im Jahr 2010 getroffen. Wie Gabriel Kelly im Podcast «Weil’s jeden Tag brennt» erzählte, sind er und seine Schwester Helen zuvor auf eine Grundschule in Warnemünde gegangen, wo die Familie auch wohnte.
Meine kleine Schwester war von einem Klettergerüst gestürzt, hatte sich den Arm gebrochen und so viel Sand geschluckt, dass sie fast erstickt wäre. Meinem Vater ist klar geworden, dass das Leben sehr schnell vorbei sein kann und er nicht viel von seinen Kindern hat, da er immer unterwegs ist. Er hat uns dann aus der Schule genommen.
Gabriel Kelly
Podcast «Weil’s jeden Tag brennt»
Anschließend war Angelo mit seiner Frau Kira und den fünf Kindern vier Jahre mit dem Wohnmobil als Straßenmusiker unterwegs. Unterrichtet wurden die Kinder von Mutter. 2014 ließen sich Angelo und Kira mit ihrer Familie in Irland nieder. Wie Gabriel weiter sagte, ist in Irland Homeschooling erlaubt. Allerdings könne jederzeit ein Lehrer kommen und die Kinder testen. Wenn ihr Wissen nicht dem des Schulstoffes entspreche, so Gabriel, müssten die Kinder dann auch in Irland auf eine Schule. «Das Gute war, bei uns ist nie jemand vorbeigekommen».
Gabriel (24), Helen (23) und Emma Kelly (19), die ältesten Kinder von Angelo und Kira, haben das Schulalter inzwischen hinter sich. Die Jüngeren, der 16-Jährige Joseph und der neunjährige William lernen zu Hause bei ihrer Mutter. Gabriel wollte eigentlich das Abitur ablegen, entschied sich dann jedoch für die Musik. Helen studierte am Rose Bruford College in der Nähe von London Kostümproduktion und schloss ihr Studium 2024 mit einem Bachelor ab.
Kelly-Family-Oberhaupt Dan Kelly: Klassische Schulen praxisfern
Dan Kelly, der Vater der Kelly Family, vertrat eine alternative Bildungsphilosophie: Klassische Schulen galten ihm als zu starr und wenig praxisnah. Er wollte, dass seine Kinder Lebenserfahrung, Musik und Sprachen lernen. Durch das permanente Tourleben der Familie war ein geregelter Schulbesuch der Kinder auch logistisch kaum möglich. Dan Kelly unterrichtete seine Kinder größtenteils selbst, teilweise wurden auch private Lehrer engagiert. Ältere Kelly-Kinder (z. B. Kathy, John, Patricia) halfen beim Unterrichten der jüngeren.