Schlechte Beispiele machen schneller Schule als gute. Donald Trump und Benjamin Netanjahu ermorden ein Staatsoberhaupt, und schon stösst Wolodymyr Selenskyj Morddrohungen gegen einen Regierungschef aus.

Nichts anderes waren die erzürnten Äusserungen des ukrainischen Staatschefs gegen Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Gäbe er seine Blockade des 90-Milliarden-Euro-Hilfspakets für Kiew nicht auf, werde er ukrainische Soldaten zu ihm schicken.

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From right, European Commission President Ursula von der Leyen, European Council President Antonio Costa and Hungary’s Prime Minister Viktor Orban prepare to address a media conference at the end of an EU summit in Brussels, Thursday, Dec

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Die EU liess sich reichlich Zeit, bevor sie Stellung nahm. «Diese Art der Sprache ist inakzeptabel», hüstelte ein Sprecher. «Es darf keine Drohungen gegen EU-Mitgliedstaaten geben.» Alle sollten sich «ein wenig beruhigen».

Man hätte es freilich lieber gesehen, EU-Chefin Ursula von der Leyen oder ein Mitglied ihrer Kommission hätten sich geäussert. Nicht nur ein gelangweilter Sprecher.

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Noch dröhnender fiel das Schweigen von Orbáns Amtskollegen in den EU aus. Keinem war Selenskyjs Unverschämtheit eine Bemerkung wert.

Aber auch da gab es ja ein schlechtes Beispiel: Friedrich Merz, der keinen Ton sagte, als Donald Trump in seiner Anwesenheit die Regierungschefs Spaniens und Britanniens niedermachte.

Vielleicht ist das ja der neue Stil der internationalen Politik. Wäre halt schön gewesen, wenn man die Bürger vorgewarnt hätte.