Die zweite große Besonderheit ist das Telemodul: Statt auf mehrere gestaffelte Telekameras zu setzen, verbaut Xiaomi ein 200‑Megapixel‑Periskop mit variablem, mechanischem Aufbau. Im Inneren des Moduls verschieben sich Linsengruppen, um einen kontinuierlichen optischen Zoombereich abzudecken, der ungefähr klassischen 75 bis 100 Millimetern Kleinbild entspricht. Anders als bei vielen Konkurrenten, die zwischen 3x- und 5x‑Tele hart umschalten, lässt sich der Bildausschnitt hier stufenlos gestalten, ohne direkt in digitalen Crop zu verfallen. Im Alltag sorgt das für konsistentere Bildqualität beim Heranzoomen: Zwischen typischen Portraitbrennweiten und einem engeren 100‑mm‑Ausschnitt bleibt der optische Charakter der Bilder ähnlich, anstatt sichtbar zwischen zwei verschiedenen Modulen zu springen. Der Zoombereich ist zwar klein, aber beim Blick ins Innere des Xiaomi-Smartphones wird schnell klar, warum das so ist – es wird viel Raum benötigt. 

Die hohe Ausgangsauflösung des Tele-Sensors eröffnet zudem Spielraum für moderate digitale Erweiterungen, ohne dass feine Details sofort in Aquarellstrukturen zerfallen. Gerade im Portraitbereich wirkt die Brennweite bei 75 bis 85 Millimetern angenehm komprimierend, während 100 Millimeter eine gewisse Distanz erlauben, die sich für Street- und Detailaufnahmen anbietet. Unterstützt wird das Ganze von einem ausgeklügelten OIS‑System, das die unvermeidlichen Verwackler bei den langen Brennweiten in Grenzen halten soll.

Die Kamera des Xiaomi 17 Ultra (hier bei Amazon kaufen) versucht nicht nur, in bestehenden Disziplinen ein bisschen besser zu sein, sondern die grundlegende Bildentstehung an zwei kritischen Stellen zu verändern: beim Dynamikumfang direkt im Sensor und beim Zoom durch echte, variable Optik. Ob es damit das perfekte Werkzeug ist, hängt letztlich davon ab, wie wichtig dir Low-Light-Dynamik und ein „echtes“ Tele mit kontinuierlichem Zoom im Alltag sind.