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Zürich (Schweiz) – Eine harte Entscheidung! Der Zoo in Zürich hat zehn gesunde Affen seiner Dschelada-Gruppe getötet. Der Bestand sei zu groß geworden, begründet der Zoo sein Handeln.

Dscheladas (auch Blutbrustpaviane genannt) sind sehr soziale Tiere und leben in Gruppen mit einer komplexen sozialen Gruppendynamik. Die Gruppe war auf 48 Tiere angewachsen – zu viele laut dem Zoo für das Gehege. Es sei daher wiederholt zu Konflikten und Kämpfen zwischen den Affen gekommen.

Im Herbst 2025 konnte der Zoo noch sechs Tiere an andere Tierparks vermitteln. Doch jetzt habe niemand die Affen übernehmen können. Daher habe es keine andere Möglichkeit gegeben, als die Tiere zu töten. Die Dscheladas seien aus der Gruppe genommen, betäubt und danach schmerzlos eingeschläfert worden. Die Kadaver würden wissenschaftlichen Einrichtungen für Forschungszwecke überlassen, so der Zoo laut Schweizer Blick.

Die Gruppe war auf 48 Tiere angewachsen – zu viele für das Gehege

Die Gruppe war auf 48 Tiere angewachsen – zu viele für das Gehege

Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

Hat der Zoo zu viele Affen gezüchtet?

Warum wurde der Nachwuchs nicht bereits im Vorfeld gestoppt? Der Zoo begründet das mit der Zucht zur Erhaltung der Art und der genetischen Vielfalt in den Populationen der Zoos Europas. Auch sei es für das komplexe Sozialverhalten der Dscheladas wichtig, dass es ständig neuen Nachwuchs in der Gruppe gebe, so der Zoo. Über den Zeitpunkt der Paarung entscheiden die Weibchen und dann alle gleichzeitig. So kommt der Nachwuchs fast zeitgleich zur Welt.

Dscheladas leben in freier Wildbahn ausschließlich in den Hochebenen Äthiopiens. Sie sind zwar noch nicht auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Doch ihr Bestand von geschätzten 30.000 Tieren ist stark rückläufig. Ihr Lebensraum wird mehr und mehr vom Menschen eingenommen.